Hardys Bikerwelt
Hardys Bikerwelt

Tagebuch zur Iran-Tour

Unsere/meine Erlebnisse während der Iran-Tour könnt Ihr den jeweiligen Tageseinträgen entnehmen.

 

Ich freue mich auf Eure jeweiligen Kommentare im Gästebuch. Gerne könnt Ihr auch direkt Kontakt zu mir aufnehmen.

 

 

 

Ich bin wieder zurück!


Bedanken möchte ich mich bei allen Besuchern meiner Seiten, die unsere Reise und die Einträge - mit oder auch ohne entsprechenden Kommentaren - begleitet haben.

Das komplette Tagebuch unserer Reise als Download-Datei. Zum Öffnen wird ein PDF-Reader benötigt!
Tagebuch Iran.pdf
PDF-Dokument [922.7 KB]
So sieht jetzt der tatsächliche Verlauf unserer Tour nach Abschluß aus. Der direkte Grenzbereich zum Irak wurde aus bekannten Gründen gemieden

22.07.2014 - letzte Vorbereitungen

 

heute kam Horst früh bei mir an und zuerst zerlegten wir den Frontbereich seines Motorrades, da sein Navigationsgerät keinen "Saft" mehr vom Bordanschluss bekam. Trotz allen Durchmessens und des Zerlegens des Anschlusses konnten wir die Sache nicht erfolgreich reparieren. Morgen werden wir sehen, ob während der Fahrt geladen wird. Wenn nicht, wird dieses Gerät nur als Reserve fungieren.

Gegen 09.00 Uhr wollen wir starten. Rainhold (auch Multistradafahrer) und Katja, seine Frau (beide kommen extra von Koblenz), werden uns morgen früh nach dem Frühstück mit meiner Frau zusammen verabschieden.

Die Tagesstrecke wird uns dann bis Salzburg zum dritten Mitfahrer Kurt führen.

 

 

Von Pfungstadt nach Salzburg - 23.07.2014

 

Nachdem Horst und ich die Autobahnstrecke über München ohne größere Probleme hinter uns gebracht hatten (wir fuhren so ca. 120 km/h, um die Bereifung zu schonen), riefen wir kurz vor Rosenheim unseren dritten Mitfahrer Kurt an. Dieser wollte uns an der Autobahnabfahrt in Bad Reichenhall abholen.

Kaum waren wir nach dem Anruf wieder gestartet, kamen wir in einen riesigen Stau, der sich zudem über eine ellenlange Baustelle hinzog. Die Fahrspuren waren so eng, dass es nur mit großer Mühe möglich war, eine „Motorradspur“ neu aufzumachen. Wir fuhren von der Autobahn ab und über Landstraßen am Chiemsee entlang – aber auch hier war ein extremes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. Nachdem wir 2 BAB-Zufahrten umfahren hatten, fuhren wir an der dritten wieder auf und Kurt konnte uns wie geplant – jetzt doch später als gedacht – abholen. Durch ihn geführt, ging es über Schleichwege nach Salzburg hinein zu unserer Unterkunft, einem Studentenheim, in dem wir ein Zimmer „ausgeliehen“ bekommen hatten.

Die gesamte Fahrt verlief ohne Regenprobleme – ich hatte den Goretexteil des Anzuges ausgezogen. In Salzburg begann es dann  doch noch leicht zu regnen. Nass wurden wir jedoch nicht mehr.

Der Abend wurde im Augustiner Bräu mit …. einigen Bieren, Speck und tollem Brot abgeschlossen.

Festung in Salzburg

Salzburg  -  24.07.2014

Heute ist Sightseeing angesagt. Momentan laufen die Festspiele und so sind auch sehr viele Gäste unterwegs, die Bühne  für „Jedermann“  kann besichtigt werden. Salzburg hat viel Kultur zu bieten.  Irgendwann haben wir aber genug davon und fahren mit Kurt zu seinem Landanwesen in den Flachgau. Der Tag läuft besinnlich aus, die letzen Planungen sind besprochen und morgen früh wird Richtung Triest gestartet. Kurt wird vorausfahren und wir wollen noch das Dreiländereck vor Triest „mitnehmen“ – mal schauen wie das Wetter ist!!??

ABER eine leckere Leberknödelsuppe gibt es vor dem Schlafen noch - Danke!!

Die nächsten 3 Tage wird es an dieser Stelle keine neuen Berichte geben, da wir dann ja auf der Fähre sein werden. Ich melde mich dann am Sonntag aus Griechenland wieder.

unterwegs

Von Salzburg nach Triest – 25. und 26.07.2014


Das Wetter stimmt und nach dem Tanken brechen wir Richtung Süden auf. Kurt fährt vor und wir gelangen zunächst an der Salzach entlang, über den Katschberg nach Hermagor und dann über das Nassfeld nach Italien. Bei Resiutta biegen wir links ab und kommen über Resia nach Slowenien. Auf kleinen, engen Versorgungswegen des 1. Weltkrieges geht es dort über die Pässe in das Tal der Soci. Bei Tolmin führt uns die dann gut ausgebaute Straße nach Nova Gorica.

Entlang der alten kaiserlich Österreichischen Bahnstrecke nach Triest holt uns der Regen ein. Die Helme werden kostenlos gereinigt, die Monturen sind äußerlich etwas nass geworden, aber wir fahren wieder in die Sonne und können diese dann so im Fahrtwind trocknen. Anhalten lohnt sich nicht!

In Triest möchte mich mein Navi noch über eine Steiltreppe nach unten in den Hafen führen – konnte aber gerade noch durch Einschalten des Hirnes verhindert werden. Im Hafenbüro kann Kurt dann auch eine Überfahrt für sich ergattern – er schläft auf Deck, Horst bei mir in der Kabine.

Nach einem „gute Nacht-Bier (Pfungstädter – mein Gepäck wird jetzt leichter!!!)“ legen wir uns hin.

 

Der nächste Tag bringt Ausruhen auf See, Horst wird sich an seine letzte Kreuzfahrt erinnert haben und ich hatte die Gelegenheit, das Tagebuch zu schreiben.

Den Text haben wir in Küstennähe noch übers Handy ins Internet hochgeladen.

In Griechenland geht es dann mit unseren Berichten weiter.

eines der Klöster

Von Igoumenitsa zu den Meteoraklöstern – 27.07.2014

 

Nachdem unsere Fähre vor dem Zielort Igoumentisa ca. 2 Stunde vor Reede lag, konnte gegen 12.30 Uhr ausgeschifft werden. Zunächst führte uns Kurt mit unseren Motorrädern zu einem Bäcker, bei dem wir erst einmal unser verspätetes Frühstück einnehmen konnten.

Nachdem wir frisch gestärkt waren, ging es auf der Autobahn A2 Richtung Meteoraklöster in die Nähe von Kalampaka. Es war schon so um die 35 Grad Celsius warm und so brachte der Fahrtwind doch eine echte Abkühlung, zumal die Strecke auch durch viele Tunnel führte.

 

Angekommen, schauten wir uns die Meteoraklöster von der Straße aus an und dann es ging direkt zur Unterkunft, wo zunächst erst einmal umgepackt wurde. Essen, Trinken und ins Bett gehen!!!

Nachdem in der Unterkunft noch eine Schulklasse abgeladen wurde, kam man nicht mehr ins Internet - schöne neue Zeit!!!!????

ABER jetzt doch - schnell hochladen.

 

Morgen geht es Richtung Kavala. Da wird es mit dem Internet bestimmt besser.

Hotel Egnatia

Fahrt nach Kavala  -  28.07.2014

 

Nach einem frühen, ausgiebigen und guten Frühstück in unserem Hotel ZOZAS ROOMS (die man echt weiterempfehlen kann: sehr sauber, der Inhaber hat lange in München gelebt) fuhren wir über eine kurvige Landstraße wieder Richtung Autobahn A2.

Über Thessaloniki ging es öde bis nach Kavala. Das einzige Hightlight dieser Strecke waren die vier Mautstellen, an denen wir jeweils 1,70€ für unser Motorrad zu zahlen hatten.

In Kavala angekommen, konnten wir in unserem Viersterne Hotel sogar das  Doppelzimmer in ein Dreibettzimmer umbuchen. So kann auch Kurt mit uns zusammen übernachten.

Nach dem Duschen sind wir noch in die Stadt "getrabt", um dort ein gutes Restaurant zu finden. Was dann auch geklappt hat. Das Essen war gut, insbesondere, als dies in einem "Butterbrotpapier" direkt auf dem Tisch serviert wurde. Teller wurden vergeblich gesucht. Geschmeckt hat es allemal!

über die Dardanellen

Auf der Fahrt nach Biga – 29.07.2014

Nach einem sehr guten und umfangreichen Frühstück in unserem Hotel Egnatia bestiegen wir gegen 08.15 Uhr die Kräder und schon ging es Richtung der türkischen Grenze. Kurz vorher nochmal tanken und drüber….. doch halt!!!


Kurt hatte am Abend zuvor festgestellt, dass sein Visum (Öst….. brauchen seltsamer Weise für die Türkei eines!) erst für den darauffolgenden Tag gültig sein wird – alle möglichen Varianten der Weiterfahrt wurden besprochen, im schlimmsten Fall wollte er bis Mitternacht warten und dann nachkommen.

Probieren geht über Studieren!! Geplant, getan, ...Kurt fährt an der türkischen Grenzstelle vor und „hüllt“ den armen Beamten in einen Redeschwall, so dass dieser entnervt einfach nur den Stempel in den Pass drückt und nicht weiter auf die Daten achtet. – Wir sind ALLE durch!

 

Etliche Kilometer nach dem Grenzübergang setzen wir bei Gelibolu mit einer Fähre über die Dardanellen und sind in Asien. In Biga finden wir im Hotel MRG, in dem ich bereits letztes Jahr wohnte, ein Dreierzimmer, obwohl im Hotel eine türkische Hochzeit gefeiert wird und dies gut ausgebucht ist.

Unsere Motorräder stellen wir, nach dem Überwinden einer historisch steilen Abfahrt, in einer alten Kellergarage ab. Hierbei kann die AfricaTwin von Kurt ihr Talent beweisen.

Vor dem Essen schnell noch mit meinem Freund Metin einen Kontakt herstellen - ja, wir kommen morgen Mittag bei Dir an!

Jachthafen in Mudanya

Von Biga nach Mudanya – 30.07.2014


Wir haben in Biga ein geräumiges Zimmer zum Innenhof hin. In den Nebenräumlichkeiten des Hotels fand dann die türkische Hochzeit statt. Die arme Braut musste sich in unterschiedlichem Outfit in der Nachmittaghitze über mindestens 2 Stunden von allen Seiten fotografieren lassen.

 

Ja, und dann unser Abend:
Wir konnten im Innenhof unseres Hotels gut essen und trinken, gingen so gegen 22.00 Uhr ins Bett und wollten schlafen. Es war noch drückend und knallheiß! Im Innenhof versammelten sich nach und nach Teile der Jugend aus Biga und hielten es recht lange mit einem solchen Wortschwall aus, der kaum zu ertragen war.

Gegen 02.30 Uhr stand Kurt auf, zog sich an und gebot dem Ganzen ein Ende – wir wollten ja wenigsten noch etwas schlafen! Von der Hochzeit, bei der man eine gewisse Lautstärke annehmen sollte, hatten wir keinen Laut vernommen.

 

Vor 08.00 Uhr gingen wir noch sehr verschlafen zum Frühstück. Die anschließende Fahrt nach Mudanya verlief ohne nennenswerte Ereignisse, abgesehen davon, dass ich fast zweimal vom Gegenverkehr auf enger Fahrbahn „abgeschossen“ worden wäre. Durch Ausweichen ging die Sache aber jeweils 1:0 für mich aus.

 

In Mudanya angekommen, rief ich Metin an, der uns sogleich ins Vorjahreshotel führte (Hotel Mudanya), wo er für uns 2 Zimmer reserviert hatte.

Nach dem Duschen wurden wir zum Essen bei meinem Freund eingeladen. Hier ging es (fast) durch die gesamte türkische Küche, inklusiv einem tollem Barbecue und eiskaltem Bier für uns.

Danke, es hat uns vorzüglich geschmeckt!! Für 2 Stunden zum Relaxen ins Hotel und abends zum Bummel in die wunderschöne Altstadt am Marmarameer.

Die Straße endet im See

Von Mudanya nach Bolu  -  31.07.2014

 

Metin frühstückt gegen 08.00 Uhr mit uns im Hotel und wir werden danach von ihm auf das Herzlichste verabschiedet.

Los geht es über die Schnellstraße durch Bursa, Richtung Schwarzes Meer. Über Yenisehir und Ebeköy läuft die D 160 - hier noch mehr oder weniger gut ausgebaut.
Interessant wird es aber, als plötzlich die geteerte Straße aufhört und wir über eine Erd- und Schotterpiste weiter geführt werden. Dies soll wirklich die D 160 sein? Ich muss mich mehrfach auf der Karte vergewissern, aber es ist tatsächlich so! Ich hatte im Navi doch "unbefestigte Straßen" ausgeschlossen!!!??? Aber was soll es, wir quälen uns jetzt schon einige Zeit über Schotter und von Schlagloch zu Schlagloch. Das Ganze geht sogar mit Serpentinenfahrt über die Berge und über eine Strecke von knapp 50 Kilometern. Einzelne Pkws und Lkws kommen uns entgegen - wir sind wohl doch nicht falsch gefahren. Dann führt uns der Navi doch wirklich in einen See hinein, in dem auch unsere Straße verschwindet - da fahren wir aber nicht als Uboot durch!!

 

Am See finden wir eine nette Familie, mit der Kurt sofort auf türkisch Kontakt aufnimmt - "ja, die Straße führt weit um den Berg und den See auf neuer Strecke herum", so wird uns erklärt. Unser Navi weiß noch nichts davon. Nach einer Pause und einer netten Unterhaltung geht es auf dem beschriebenen Weg weiter. Irgendwann stoßen wir wieder auf unsere geplante Strecke.

Bis Bolu werden wir durch Unmengen an Bodenwellen in der Straße noch heftig durchgerüttelt. In der 140.000 Einwohner großen Stadt ist es kein Problem, ein Hotelzimmer zu finden. Heute hat jeder ein Einzelzimmer verdient, damit mal richtig durchgeschlafen werden kann.

 

Jetzt muss doch noch etwas nachtragen:

Wir waren abends noch lecker Essen (wurden wegen des "Lokals" durch die Ortspolizei gut beraten) und wollten an sich schon schlafen gehen, als Kurt mich auf "seinen" Barbier (er hatte sich zuvor rasieren lassen) ansprach und meinte, ich solle mir dort doch auch mal die Haare schneiden lassen.

Gesagt, getan. Kurz nach 20.00 Uhr liefen wir beim "Meister" ein, wurden sofort als "alte Bekannte" herzlich begrüßt und ich kam unters Messer - richtig gehört!! Mit Messer, Kamm und Schere bekam ich über 40 Minuten meine paar wenigen Haare geschnitten. Das Ergebnis hat Horst im Foto festgehalten, das ich später einstellen werde. Erst einige Zeit nach 21.00 Uhr und einem Tee ging es wieder zurück zum Hotel und ins Bett. Morgen wollen wir bis Amasra am Schwarzen Meer durchfahren.

Amasra

Von Bolu nach Cide  - 01.08.2014

 

In der Nacht stand ich mehrfach am Fenster und dachte, jemand würde sich an unseren Motorrädern zu schaffen machen. Falsch gedacht! Irgendwann begriff ich, dass die Bäckerei uns gegenüber bereits kurz nach Mitternacht die Auslieferung ihrer Waren organisierte und laufend Lieferwagen zum Verteilen der Backwaren hier vorfuhren. Beruhigt schlief ich wieder ein.

Morgens, gegen 07.15 Uhr sprach mich Kurt an, dass er wegen Ohrenschmerzen ins Krankenhaus müsse. Wir frühstückten und Kurt fuhr mit dem Taxi zum Arzt, Horst und ich vertrieben uns die Zeit mit Spazierengehen in Bolu. Wir konnten dann gegen 09.30 Uhr starten, als Kurt frisch behandelt wieder eingetroffen war.

Von Bolu geht es auf sehr kleinen Straßen entlang eines Flusses nach Mengen, von dort nach Mermer und auf der D 755 über Karabück Richtung Amasra am Schwarzen Meer.

Kurz vor Amasra hielten wir für einige Tees und einen heißen Maiskolben am Straßenrand bei 2 Frauen, die dort einen Stand aufgebaut hatten. Anschließend fuhr Kurt vor und wir "donnerten" schlichtweg am Aussichtpunkt für Amasra vorbei - Schade, drehen hier unmöglich!!


Nun geht es weiter entlang des Schwarzen Meeres. Auf der Straße hat sich der Teer verflüssigt und man hat einfach nur stellenweise Sand darüber geworfen - in den Kurven ist es "sauglatt". Unterwegs müssen wir uns immer wieder an Mulies, Kühen und riesigen Hirtenhunden "vorbeistehlen". Auch dies wird ohne Verluste gemeistert.

In Cide, einem Ausflugsort der Türken, bleiben wir stehen und versuchen eine Unterkunft zu bekommen. Überall ist belegt - die Türken haben Urlaub und so scheint die halbe Türkei hier im Wasser zu plantschen. Nach einiger Sucherei finden wir ein total überteuertes Viermannzimmer für uns Drei. Der Typ an der Rezeption scheint uns zudem echt nicht zu mögen und läßt uns dies auch spüren. Essen, ins Bett und morgen ohne Frühstück in die Berge hinein weiter.

Wird schon klappen.

Kale in Osmanick

Von Cide in die Berge nach Osmancik - 02.08.2014

 

Nach einer unruhigen Nacht in "unserer Absteige" standen wir gegen 06.30 Uhr auf. Frühstück gab es ja eh nicht. In der Nacht hatte es mehrfach Gewitter gegeben und auch bei der Abfahrt sah der Himmel nicht besser aus. Eine dicke, pechschwarze Wolkenwand zog von West nach Osten - genau unseren geplanten Weg Richtung Sinop.

Wir entschlossen uns Richtung Osten über die Berge ins Hochland zu fahren, um der Gewitterfront zu entgehen. Schon gestern waren die Straßen im trockenen Zustand sehr schlecht zu befahren und bei Nassem hatten wir eine echte Seifenrutsche - schlimmer als in Kroatien auf der Küstenstraße.

Wir wurden kurz nass, sahen aber den freien Himmel mit Sonnenschein Richtung Osten - über den Bergen - vor uns. So fuhren wir von Cide Richtung Kastamonu auf einer verhältnismäßig guten Straße in vielen Serpentinen ins Hochland hinein.

Unser Frühstück wurde in einem kleinen Ort unterwegs nachgeholt - wir waren "das Ereignis des Tages". Bei mehreren Gläsern Tee - wir wurden prompt dazu eingeladen - und mit einem Stück Gebäck konnten wir unseren leeren Magen etwas beruhigen.

Im Hochland ging es dann Richtung Nordosten - Samsun. Auf der D100, die hier autobahnmäßig ausgebaut ist, kamen wir dann zügig voran.

Kurt hatte aufgrund seiner Ohrenprobleme Tabletten vom Arzt verordnet bekommen und schon seit gestern Abend erhebliche Magenschmerzen davon - er hatte kaum geschlafen und so machten wir unterwegs eine ausgiebige (Schlaf-)Pause. Doch auch das machte ihn nicht ausgeschlafener, wir brachen die Etappe dann im Hotel Kale in Osmanick ab - er ging gegen 13.30 Uhr nochmal ins Bett!

 

Das Hotel ist ein kleiner Glücksgriff: sehr sauber, das Personal ist super freundlich und wir bekamen jeder ein eigenes Zimmer - Der Gesamtpreis liegt sogar unter dem, der gestrigen Pension. Wer soll das begreifen! Angebot und Nachfrage in einem urtürkischen Urlaubsort.

 

Morgen geht es über Samsun wieder ostwärts an die Küste.

Blick über Ordu

Von Osmancik nach Ordu am Schwarzen Meer - 03.08.2014

 

Beim Frühstück im Dachrestaurant konnten wir über die Stadt und die Hochebene blicken und life das Aufziehen eines dann heftigen Gewitters erleben. Glück gehabt, dieses zog Richtung Norden und wir wollten ja Richtung Nordosten.

Die Fahrt auf der D100, die auch hier autobahnmäßig ausgebaut ist, erfolgte zügig und ohne größere Probleme. Einmal wurden wir zu einer Polizeikontrolle herein gewunken, doch sofort wieder hinausbefördert. Ob wir dies meinem IPA-Emblem an den Koffern oder anderen Gründen zu verdanken haben, ist mir nicht bekannt. Da wir aber weder deutlich zu schnell waren, noch sonst einen Verkehrsverstoß begangen hatten, wäre die Kontrolle auch mal eine Abwechslung gewesen.

Wir fuhren um Samsun herum und nachdem wir uns in der Mittagszeit bei einem Obststand unterwegs gestärkt hatten, über Ünye entlang des Schwarzen Meeres auf der Küstenstraße nach Ordu. Dort wollte Kurt zunächst gern auf einem Campingplatz übernachten, aber wir fanden keinen. Eventuell wird es ja im Bereich Trabzon oder dem Sumela Kloster klappen!!??

Auf der Fahrt entlang der Küstenstraße sehen wir große Flächen mit ausgebreiteten Haselnüssen. Sie liegen dort noch in ihren Fruchtbechern zum Trocknen aus. Wir sind im Haselnussland angekommen.

Ich suchte aus meinen Unterlagen zur Vorplanung ein Hotel und wir landeten im Hotel Tourist an der Uferstraße. Das Hotel wirkt sauber, das Personal ist freundlich und wir bekommen zu einem guten Preis jeder ein Zimmer für sich allein. Die Motorräder werden direkt vor dem Hoteleingang auf der Terrasse geparkt und so sind sie ein Effekt für die sehr vielen Fußgänger - stets mit Argusaugen des Hotelpersonals bewacht. Das sind Werbemaßnahmen!!

 

Wir werden einen Ruhetag einlegen und hier 2 Nächte bleiben. Nach den Motorrädern muss mal geschaut werden, es ist umzupacken und auch eine Besichtigung der Stadt sollte mal sein. Die Stadt, so konnten wir kurz beim Abendessen sehen, macht einen recht modernen Eindruck. Wir werden sie uns morgen früh genauer ansehen und dann aber auch mal ins Schwarze Meer steigen.

Das muss einfach sein!!!

In der Kabinenbahn

Ordu am Schwarzen Meer - 04.08.2014

 

Unser heutiger Ruhetag beginnt gegen 08.00 Uhr mit einem langen, gemeinsamen und gemütlichen Frühstück. Am Nebentisch frühstücken 2 Streifenpolizisten und schauen sich danach ausgiebig unsere Motorräder an. Überall im Fernseher (und natürlich auf riesigen!!! Plakaten unterwegs) ist Erdogan als Präsidentschaftskandidat zu sehen. Irgendwie bekomme ich den Eindruck, dass er der einzig wahre Kandidat sein soll. Alternativen scheint es nicht zu geben. Ich möchte hier aber nicht politisch werden!!!

 

Nach dem Frühstück einigen wir Drei uns so, dass jeder über den Tag selbständig seiner Dinge nachgeht und wir uns erst gegen 18.00 Uhr zum Abendessen wieder treffen.

Gesagt, getan.

Zunächst ist aber gemeinsame Plege der Motorräder angesagt. Hier ein Tröpfchen Öl oder auch mehr, dort eine Überprüfung der Antriebskette. Alles ist okay!!

 

Horst und ich treffen uns rein zufällig unterwegs beim Stadtbummel. Wir schauen uns die große Innenstadt mit den unzähligen Geschäften an. Horst kauft sich noch ein schönes Hemd, das noch nicht einmal 10 Euro kostet. Wir bummeln eine gewisse Zeit, entschließen uns dann gegen Mittag mit der Kabinenenbahn auf den Hausberg von Ordu, Boztepe, zu fahren.

Wir können sofort losfahren, es ist nicht so viel los. Die Fahrt mit der Bahn ist sehr schnell und ein echtes Erlebnis. Zunächst geht es vom Strand aus quer über die Häuser der Stadt, dann den Berg hinauf. Die Spannfeldlänge der Pfeiler beträgt ca. 900 Meter. Leider ist es diesig und bewölkt. Trotzdem ergibt sich eine doch echt sehenswerte Aussicht. Viele Türken besuchen den Berg, der als Erholungsgebiet ausgebaut ist und essen dort zu Mittag. Bei unserer Rückkehr stehen lange Schlangen vor den Kassenhäuschen - mal wieder Glück gehabt!

Ordu, die Stadt der Haselnüsse, zeigt sich als moderne Handelskommune. Hier werden nicht nur tonnenweise Haselnüsse geerntet und verarbeitet, sondern auch sonstige Wirtschaftsgüter für die östlichen Randstaaten wie Georgien, Armenien, Iran und Russland verschifft.

Ja, mit dem Baden im Schwarzen Meer ist das so eine Sache. Es hat begonnen zu regnen und keiner hat groß Lust dann doch noch ins Wasser zu steigen. Mal schauen, was die nächsten Tage bringen. Ansich wollten wir zelten!!!! ????????

 

Das Sumela Kloster im Regen

Sumela fällt ins Wasser     oder

von Ordu nach Bayburt - 05.08.2014

 

Eigentlich wollten wir heute Abend Zelten, aber als wir etwas später am Vormittag in Ordu losfuhren, konnten wir die dicken Gewitterwolken über dem Meer und auch dem Gebirge sehen.

Bis Trabzon kamen wir entlang der Küste recht zügig voran, mussten dann doch wegen eines starken Gewitterregens Unterschlupf bei einem Baumaterialienhändler suchen. "Die Viertelstunde" wird schon vorübergehen!!

Ja, die ging dann zwar zeitlich vorüber, aber die Gewitterfront blieb über Trabzon und Macka mit seinem Sumela-Kloster und entleerte sich ohne Pause. Die Wolken hingen so tief, dass das Kloster eingehüllt war und wir brachen die Anfahrt dorthin im Regen ab - das muss nicht sein, im Regen und auf Straßen mit Schmierseife!! An ein Übernachten auf einem Campingplatz dachte keiner mehr!

 

So "flüchteten" wir erneut über das Gebirge in Richtung Van See. Die gesamte Straße D 50 war eine schmierige Baustelle - auch hier erfolgt ein autobahnähnlicher Ausbau mit vielen Tunneln - und der Regen wechselte sich mit kurzen Sonnenmomenten ab.

In Bayburt fanden wir gegen 16.30 Uhr ein gepflegtes Hotel (Hotel Konaklama) und beschlossen hier über Nacht zu bleiben.

Motorradwerkstatt in Erzurum

Von Bayburt nach Agri  - 06.08.2014

 

Es hat heute Nacht durchgängig geregnet und die Luft ist doch sehr frisch auf knapp 1600 m Höhe. Ich bin gegen 06.00 Uhr gut ausgeschlafen aufgewacht. Der Muezzin hat - wie jeden Tag- schon sehr früh vor Sonnenaufgang zum Gebet gerufen. Langsam gewöhne ich mich wieder daran und kann danach auch wieder einschlafen.

 

Der Wetterbericht sagt für heute nochmal ein sehr gemischtes Wetter - mit einigen Gewitterschauern - voraus, danach soll es wieder sonniger und damit auch wärmer werden. Wir werden heute Richtung Van See weiter fahren. Wir wollen dort vor der Einreise in den Iran einige Tage bleiben. Entweder finden wir einen schönen Campingplatz oder ein Hotel, das einladend aussieht. Erst ab 10. August können wir in den Iran einreisen und haben aus diesem Grund Zeit, uns die Gegend um den Ararat und den Van See anzuschauen.

 

Das Frühstück ist reichhaltig und gut. Als ich das Motorrad bepacken will, wundere ich mich, dass das Heck so tief steht. Ich schaue auf den Hinterreifen und stelle fest, dass nur noch wenig Luft im Reifen ist. Hat mir da jemand über Nacht die Luft raus gelassen? Ich schaue mir die Lauffläche genauer an und stelle fest, dass ein kleiner Nagel – kaum erkennbar – tief im Profil steckt. Das war bestimmt die schei… Baustellenfahrerei in den Bergen zuvor. Horst und Kurt kommen hinzu und wir machen uns an die Flickaktion. Horst übernimmt die eigentliche Flickarbeit: Nagel raus, Loch vergrößern, Kleber einbringen und das Flickgummi einziehen. Gott sei Dank, es regnet derzeit nicht! Ich packe meinen Kompressor aus und nach einer kurzen Wartezeit wird der Reifen auf ungefähr 2,5 bar gebracht. Restliche Klamotten beladen und ab zur nächsten Tankstelle – auf 2,9 bar erhöhen! Los geht’s!

 

Kurt fährt heute auf der gut ausgebauten Straße Richtung Osten vor. Zunächst geraten wir unversehens in eine Polizeikontrolle und Kurt muss alles an Papieren auspacken, was er so mit sich trägt. Er sei angeblich zu schnell gefahren. Ich halte hinter ihm an und winke zunächst mit einem meiner mitgeführten Ärmelabzeichen, dann kommt noch ein zweiter Polizist dazu und es wird fleißig gefunkt - "nein!!! zu schnell wart ihr nicht!" Das zweite Ärmelabzeichen für den zweiten Kollegen ist fällig. So können wir ohne Probleme weiter fahren.

Mittags schauen wir noch bei einer Motorradwerkstatt in Erzurum rein – Horst benötigt Öl zum Nachfüllen. Bisher hat es nicht wieder geregnet. Ich beginne im Goretex-Anzug leicht zu schwitzen. Nach einem kurzen Getränke Stopp nachmittags, fahren wir zügig Richtung Agri weiter.

 

Schon von weitem kann man die Gewitterfront über Agri sehen, es beginnt in einem Baustellenbereich (davon gibt es sehr viele!!) heftig zu regnen, aber wir können unter das große Dach einer Tankstelle flüchten. Dort warten wir fast eine halbe Stunde, bis dann der Regen endlich nachlässt. Nur noch 14 Kilometer bis zu unserem Tagesziel. Wir starten erneut – das Ziel vor Augen.

Wieder beginnt es zu regnen und wir hängen hinter einer Lkw-Schlange und kommen kaum vorwärts.

Kurt setzt zum Überholen an und ab jetzt läuft alles wie in Zeitlupe ab. Er beschleunigt wohl zu sehr, kommt auf der Gegenfahrbahn mit dem Hinterrad auf schmieriger Fahrbahn ins Schlingern, lenkt reflexartig gegen und stürzt mit der Maschine mitten im Überholvorgang. Er löst sich vom Motorrad, dies schlittert über 10 – 15 Meter vor ihm über den Teer, er auf dem Rücken liegend hinterher. Beide bleiben danach auf der Fahrbahn liegen. Horst und ich können unsere Maschinen noch rechtzeitig abbremsen und stellen diese am Fahrbahnrand ab. Zwischenzeitlich ist Kurt aufgestanden und humpelt auf der Fahrbahn zu seiner Maschine. Horst und ich kommen hinzu und gemeinsam können wir die Maschine aufrichten und an den Fahrbahnrand schieben.

 

Die anderen Verkehrsteilnehmer haben zumeist nicht viel davon mitbekommen, einzig ein Kleinkraftradfahrer kommt zurückgelaufen, um uns zu helfen – dies ist nicht mehr nötig. Gott sei Dank, es befand sich in unmittelbarer Nähe kein Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn und so konnte ein Zusammenstoß vermieden werden. Da war ein Bataillon Schutzengel für Kurt im Einsatz!!!

Kurt hat eine Prellung an der linken Hüfte, fühlt sich sonst aber wohl. Das Motorrad hat einiges abbekommen: der Fußbremshebel ist total verbogen, die Sozius-Fußraste ist im Alu abgebrochen, der Kofferträger verbogen. Über die Schrammen schweigen wir.

 

Mit gedrosselter Geschwindigkeit fahren wir nach Agri und suchen ein Hotel, die Motorräder werden in einer Tiefgarage (hoffentlich komme ich da morgen früh wieder raus – steil und durch die Feuchtigkeit sehr, sehr rutschig) abgestellt. Nach dem Duschen organisiert Kurt zunächst mal die Reparatur seines Motorrades für den nächsten Tag, dann gehen wir Pide essen. Anschließend gehts ins Hotel – endlich schreiben und dann schlafen. Kaum hatte ich das Licht in meinem Zimmer eingeschaltet, fällt es schon komplett aus. Ich gehe raus auf den Flur – Ausfall in allen Zimmern ringsum. Nach einiger Zeit kommt ein Elektriker – das Licht geht wieder!

 

Das war ein Tag wie man ihn nicht jeden Tag braucht!!!!!

Der Berg Ararat

Von Agri nach Dogubeyazit  -  07.08.2014

 

Heute Morgen spricht mich Kurt an und teilt mir mit, dass er –zunächst mal vorübergehend – bei der Tour aussteigen muss. Er kann sich nur unter Schmerzen bewegen, die linke Seite tut ihm dabei extrem weh. Er hat auch bereits über den österreichischen Automobilclub den Transport seiner Honda zurück nach Erzurum in die Werkstatt, die wir tags zuvor besucht hatten, organisiert. Dort soll der Bremshebel repariert werden. Kurt möchte in Erzurum sich ein oder zwei Tage erholen und sehen, ob er bis Sonntag (Tag der frühesten Einreise in den Iran) wieder zu uns stoßen kann oder den Rücktransport nach Österreich organisieren muss.

Bei einem gemeinsamen Frühstück wird die weitere Verfahrensweise besprochen. Kurt meint, Horst und ich sollten weiterfahren und die bereits gemeinsam geplanten 3 Tage in Dogubeyazit bleiben. Gesagt, getan: nach dem Frühstück werden die Kräder aus der Tiefgarage gefahren. Kurts wird zur Seite gestellt, um anschließend auf einen LKW verladen zu werden. Horst und ich beladen unsere Maschinen und fahren absprachegemäß nach Dogubeyazit, wo wir auf Kurt warten wollen. Es ist wieder sonnig und die Temperaturen sind angenehm.  

In Dogubeyazit angekommen, gebe ich ein vorausgewähltes Hotel in meinen Navi ein. Und wieder finden wir nicht zu diesem Hotel - es ist einfach nicht an der ausgewiesenen Stelle. Zunächst schaue ich mir ein anderes heruntergekommenes Hotel an, winke hier jedoch ab, als ich die verwahrlosten Zimmer sehe. Mitten in der Stadt, am Bürgermeisteramt frage ich nach "meinem" gesuchten Hotel – das liegt mehr oder weniger genau auf der Rückseite der Stadtverwaltung, gegenüber der Polizei. Schon vor 13.00 Uhr beziehen wir unser neues Hotel Grand Derya Otel zu einem echt fairen Preis, können waschen und duschen. Der Inhaber bietet mir für den nächsten Tag eine Rundtour um den Ararat, der wir von weitem auf der Herfahrt schon bestaunen konnten, an. Mal schauen, was er dafür haben will. Der Hotelname Grand Derya Otel hat sicherlich vor Jahrzehnten eventuell ein Stück weit zugetroffen, aber heute ist das zwar saubere Hotel doch sehr in die (vielen) Jahre gekommen.

Den Rest des Tages verbringen wir mit einem Stadtrundgang und Lesen von Reisebeschreibungen für die Umgebung.

 

Beim Internetzugang fängt bereits hier das Training für den Iran an: die Bandbreite ist so dünn wie ein Nähgarn.

Der Ishakpasa Palast

In Dogubeyazit - 08.08.2014

 

Das Hotel stellt sich wie eine "moderne" Karawanserei dar – erst mitten in der Nacht kommen die meisten Gäste – aus dem Iran – an. Die Fahrzeuge werden alle im Innenhof geparkt, vor der einzigen Ausfahrt steht ein großer Lkw – hier kann zumindest kein Fahrzeug wegkommen!

Die Nacht ist ruhig und man kann bei der frischen Luft gut schlafen. Das Frühstück ist wie überall in der Türkei: Weißbrot, Tee, Schafskäse, verschiedene Olivensorten, Tomaten, Gemüsegurken, einige Marmeladen und Honig.

 

Nach dem Frühstück starten wir unsere kleine Rundtour. Der Hotelier hat einen Peugeotkombi organisiert und wir rumpeln durch die mit Schlaglöcher bestückten Straßen von Dogubeyazit, vorbei an den Kasernen, Richtung Berge/Iran. Vor der Ortsausfahrt halten wir an einem Geschäft, um uns mit Tagesproviant einzudecken, dann geht es zum Işhak-Paşa-Palast in den Bergen. Dieser wird auch das „Neuschwanstein der Türkei“ genannt. Naja, vergleichen möchte ich es sicherlich nicht, aber in dieser Gegend ist er schon sehenswert. Ein Sultan hat ihn um 1888 herum auf den Grundmauern einer Burg zum Palast ausgebaut. Die Gelder hierzu stammten aus Wegezöllen und Überfällen, die er auf damalige Persienreisende unternommen hatte. Die Besichtigung wird mit intensiver Kamerüberwachung durch Sicherheitspersonal begleitet.

Nun geht es auf Erd- und Schotterpisten weiter durch die Berge zu den angeblichen Überresten der „Arche Noah“. Von einer Gesteinsformation behaupten die Türken, dass dies „nachweislich“ (entsprechende "Dokumente" liegen in einem kleinen Museum aus) die Überreste des besagten Schiffes darstellen soll. Den Ausmaßen nach zu urteilen, kann ich mir das nur schwer vorstellen (mindesten 2x die Länge eines Jumbo-Jets).

Dann ist Mittagstisch beim Fahrer und dessen Familie angesagt – wir mitten drin dabei.

Nach einer kurzen Pause geht es dann an die türkisch/iranische Grenze, zu einem angeblichen „Meteoritenkrater“. Der wird jedoch mit dieser Beschreibung in meinem Reiseführer angezweifelt und als Einbruch in einem Lavabereich des Ararats bezeichnet. Nachdem ich mir das Loch angeschaut habe, kann ich den Ausführungen meines Buches eher folgen. Gut, man kann halt aus allem Geld machen. Bei dieser Besichtigung wird mal kein „Eintritt“ verlangt, da der Krater im Grenzsperrgebiet, unmittelbar an der iranischen Grenze liegt und man zuvor durch eine Militärkontrolle fahren muss.


Zwischendurch schaute ich mal auf mein Handy und siehe da, unser (ehemaliger) Mitfahrer Kurt hatte mir eine SMS gesendet: er steigt komplett aus! Das Motorrad ist zwar repariert, aber er hat mit seiner Beckenprellung noch Probleme zu fahren und zieht es vor, langsam Richtung Antalya zu seinen Freunden im dortigen Gebiet zu gelangen.

So sind Horst und ich jetzt doch allein unterwegs.


Dir Kurt, eine gute und problemlose Fahrt zu Deinen Freunden in der Westtürkei – immer schön die Ruhe bewahren und aufpassen!!! Komm gut wieder daheim an.


Nach der Rückkehr von unserer Tour gab es mit dem Hotelier noch eine Diskussion über den ausgehandelten Preis, da statt ausgehandelten 3 jetzt 4 Personen mitgefahren waren und es ja billiger hätte werden müssen. Weit gefehlt! Laut seiner Aussage hatte er die vierte Person einfach dazu eingeladen, kostenlos mitzufahren.

Sehr unglaubwürdig! Ich kann daher nur abraten, hier vom Grand Derya Hotel aus irgendeine Tour zu machen, man könnte übers Ohr gehauen werden!!! Die 10 Euro mehr haben mich zwar nicht umgebracht, aber man sollte auch als Türke (er war angeblich kein Kurde!) schon bei der Wahrheit bleiben.

Morgen haben wir noch einen Ruhe- und Umpacktag und am Sonntag wollen wir über die Grenze in den Iran einreisen.

 

 

Danke für alle, die uns im Gästebuch eine gute Reise gewünscht haben – wir haben uns sehr darüber gefreut!

Das soll die Arche Noah sein!



In Dogubeyazit - 09.08.2014

 

Der heutige Tag ist mit Restplanungen für den Iran, Umpacken des Gepäcks und einem Stadtbummel mit Einkauf verbunden. Ich habe nochmal einen Radler (Efes gemischt mit Sprite) getrunken - im Iran gibt es das so nicht.

 

Morgen früh geht es dann los. Nach dem Frühstück wollen wir starten und werden die 35 Kilometer zur Grenze zügig fahren können. Danach wissen wir nicht, was und wie alles weiter geschehen wird. Wir gehen von einer Kontrollzeit von ungefähr 2 Stunden aus und wollen dann nur noch 150 Kilometer bis Khoy fahren, um uns erst einmal auf den Iran umstellen zu können.

 

Solltet Ihr hier an dieser Stelle erst einmal nichts Neues mehr lesen können, werden wir unsere Einträge im ersten Hotel mit Internetanschluss wieder hochladen. Habt dann bitte etwas Geduld. Immer schön locker bleiben!!

 

Hoffentlich ist der Zugang zu meinem Internet-Anbieter nicht durch den Iran gesperrt - dies konnten wir alles nicht im Vorfeld ermitteln!!

Wir melden uns demnächst wieder. Bestimmt sehr schnell.

 

Für Josef: die kleinen Murmeltiere am Palast sind mir während unseres Besuches nicht aufgefallen!

Von Dogubeyazit  über die Iranische Grenze nach Khoy  -  10.08.2014

 

Gegen 08.30 Uhr fuhren wir Richtung Iranische Grenze. Die D-100 ist in der Breite des Frankfurter Kreuzes ausgebaut und man kommt über die letzten 35 Kilometer vor der Grenze sehr schnell voran – zumal fast keine Fahrzeuge unterwegs sind. Es ist Wahlsonntag (Präsidentenwahl) in der Türkei!

Als wir an der Grenze ankommen, müssen wir uns erst einmal an einer langen Kolonne wartender Lkw vorbeistehlen. Das Tor auf der türkischen Seite wird eigens für uns im Gegenverkehr geöffnet und wir werden dort einfach durch gewunken, bis wir vor einem weiteren Tor stehen und schon die iranischen Grenzer sehen können. Die Kontrollhäuschen der Türken sind nicht besetzt. Ich halte an und gehe zur türkischen Grenzpolizei ins Gebäude. Wir sind einfach nur zu früh, werden jedoch vom netten Polizisten abgefertigt und erhalten einen Ausreisestempel in den Reisepass. Wieder stehen wir am Tor zum Iran. Als dieses plötzlich geöffnet wird, werden wir aufgefordert, als erste einzufahren.

Gemacht, getan. Der iranische Grenzer hat schon unsere Pässe in der Hand, als plötzlich ein sehr lautes Gezeter durch eine Polizistin auf der türkischen Seite in unsere Richtung einsetzt. Der iranische Grenzer geht an den Grenzzaun zu ihr hin und wir werden aufgefordert - ohne Motorrad - noch einmal auf der türkischen Seite zu erscheinen. Die beiden Tore öffnen sich wieder - nur für uns - und wir stehen erneut in der Türkei, die Motorräder aber bleiben im Iran. Was wollen die nur von uns? Die Türkin zetert immer noch lauthals in ihrer Landessprache, was wir aber absolut nicht verstehen können.

JETZT, endlich habe ich es kapiert: unsere Motorräder sind immer noch in der Türkei eingetragen – sie haben bisher das Land offiziell nicht verlassen, obwohl sie faktisch schon im Iran stehen. Mein Gott!!! Das Problem wird ohne große Kontrolle geheilt.

Nun aber schnell wieder zurück in den Iran, das Tor will jedoch nicht aufgehen. Nach einigem Hin und Her wird es dann doch geöffnet und wir stehen wieder neben unseren Motorrädern. Der iranische Grenzsoldat hat auch wieder unsere Pässe in der Hand und gibt sie nicht mehr her. Ein angeblicher Zöllner (in Zivil, weist sich auch mit irgendeinem Ausweis in Farsi aus – versucht uns auf Englisch davon zu überzeugen) bekommt vom Soldaten unsere Pässe in die Hand gedrückt und läuft, ohne noch lange zu fragen, mit denen in ein anderes Gebäude. Nach kurzer Zeit kommt er wieder heraus und will noch unsere Carnets (Zollbelege für die Motorräder) haben. Ich weise ihn darauf hin, dass wir bei ihm weder Geld wechseln wollen, noch ihn als Schleuser bezahlen möchten – "ABER, ist er doch gar nicht!!!!"

Zwischendurch fragt er doch wirklich, ob wir nicht doch Geld bei ihm wechseln möchten, ich verneine dies! Ja, aber was hätten wir ohne diesen beschis…. Schleuser gemacht?? Ich schaue mir die Türken an, auch sie bedienen sich jeweils eines Schleusers - die Zoll- und Grenzbeamten arbeiten auch nur für die Schleuser - die anderen Personen lassen sie einfach nur unbeachtet stehen.

Nach knapp 1 ½ Stunden sind wir (fast) durch! Alles ist ohne Probleme durch unseren „Schleuser“ erledigt worden. Um ehrlich zu sein, wir haben bei ihm dann doch noch eine kleine Summe gewechselt und jeder hat 10 Euro für dessen „Dienste“ bezahlt. Er wollte mehr haben, ist aber nicht!!

Mit einem A5-Zettel und vielen Stempeln darauf fahren wir zur Endkontrolle der Einreise in 2 Kilometer Entfernung. Auch dort ist alles auf Schleuser eingestellt. Ich werde angesprochen und laufe einfach nur mit. Die 5 Euro hat auch dieser sich dann „verdient“. Wir sind im Iran!!!!

Erst einmal weg hier und beim nächsten Halt alle Papier neu ordnen. Nach einer kurzen Pause fahren wir Richtung Tabriz und biegen - gemäß Navigationssystem - auf halber Strecke nach rechts, Richtung Khoy ab. Ich hatte bereits die OSM-Karten geladen, da Garmin nur sehr grobe Karten vom Iran anbietet. OSM-Karten sind an sich sehr genau und verlässlich. Hier aber nicht, einmal führt mich das Navi in einem Dorf in eine Schotterpiste und Sackgasse, einmal ist die angezeigte Straße einfach gar nicht vorhanden. Die Ortshinweiszeichen sind zumeist nur in Farsi dargestellt – ich kann sie nicht entziffern. So fahre ich einfach nur nach Himmelsrichtung und komme damit auch in Khoy an. Unser angesteuertes Hotel scheint nicht zu bestehen oder ist einfach anderwärtig in diesem Ort versteckt. Anhalten, fragen! Wahnsinn, solch eine Hilfsbereitschaft habe ich noch nicht erlebt!! Jeder versucht dazu beizutragen, dass wir doch ein Hotel finden. Die Richtung zu einem anderen Hotels wird gezeigt und auch ein Pkw-Fahrer führt uns dort hin. Wir finden ein „fast neues“, sauberes Hotel mit dem Namen: SAMIN vor.

Die Dame an der Rezeption spricht nur sehr wenig Englisch. Ich werde während der Unterhaltung von einer anderen eleganten Dame, wohl ein einheimischer Gast, in sehr gutem Englisch angesprochen. Ob sie helfen könne? Ich bitte darum und sie vermittelt mit der Dame an der Rezeption. Wir bekommen ein Doppelzimmer zu einem vernünftigen Preis. Gleichzeitig lädt uns aber auch ihre erwachsene Tochter zu sich nach Hause zur Übernachtung ein und telefoniert auch schon mit ihrem Ehemann. Ich muss einiges aufwenden, um die Einladung „abzuwenden“ – wir sind total durchgeschwitzt und stehen heute nicht unbedingt auf Familienanschluss. Eine zweite iranische Familie lädt uns kurz danach prompt zum Abendessen ein, wir sind aber noch nicht soweit und möchten auch, dass sich der erste Tag im Iran bei erst einmal setzen kann.

Im Hotelzimmer können wir zur Ruhe kommen, wagen es sogar, allein in einem Restaurant in der Nachbarschaft essen zu gehen – Horst regelt das mit seinem Farsi-Spickzettel – Klasse!! Wir werden gut und sehr freundlich versorgt. Das Essen hier ist sehr schmackhaft – weiter so, Iran!

"Woher kommt ihr? Wohin wollt ihr?"

Von Khoy nach Zanjan -  11.08.2014

 

Nach dem „erlesenen“ Frühstück, bestehend aus einem Ministück Schafskäse, einer verpackten kleinen Marmelade, einem Stückchen Butter, bei der wir nicht sicher waren, ob die Haltbarkeit noch gegeben ist, und einen Fladenbrot - später kommt noch ein Spiegelei dazu, was wir aber nicht essen - wollen wir bezahlen.

Die nette, englisch sprechende Dame war nicht an der Rezeption aufzutreiben und ein doch etwas mürrischer Herr will plötzlich 58 US-Dollar von uns. NEIN, ich hatte 53 Dollar ausgehandelt, mehr gibt es nicht! Zerknirscht nimmt er dies zu Kenntnis und will uns den Zimmerschlüssel nicht mehr geben, da wir ja ausgecheckt hätten. Nun werde ich etwas ungehaltener und fordere mit eindeutigen Gesten den Schlüssel, den ich dann auch wieder bekomme. Wir bepacken die Motorräder und ich muss bei einem netten Hotelangestellten (war doch die Mehrzahl!) einen Eintrag ins Gästebuch vornehmen. Mache ich doch gerne!

 

Jetzt aber los! Wir fahren grobe Richtung Teheran. Als wir nach Täbriz kommen, zeigt der Navi nichts mehr an und behauptet, mitten im Nirgendwo zu sein – die neuen Straßen kennt er halt! Also ohne Navi weiter, rund um die riesige Stadt, immer Richtung Teheran und urplötzlich befinden wir uns auf der Autobahn. Wir kommen zu ersten Mautstelle und werden nach einen kurzen Plausch, woher wir denn kommen: Almani – ohne Mautzahlung weiter gewunken. Normalerweise ist das Befahren der Autobahn für Zweiräder im Iran verboten – für uns nicht! Wir fahren nach einiger Zeit wieder ab, da wir ja in Mianeh übernachten wollen.

 

Es ist sehr heiß und die Mittagspause verbringen wir auf einem schattigen Feldweg (lange gesucht!!) und prompt erscheint auch der Bauer, der nebenan auf dem Feld arbeitet. Nach einem Plausch mit Händen und Füßen: Ah Almani! und einem gemeinsamen Foto, geht es dann weiter.

 

Wir sind schon gegen 15 Uhr im geplanten Zielort Mianeh und werden von netten Iranern zu einer Tankstelle gelotst. Horst meint, wir könnten ja noch die nächsten 125 Kilometer fahren und erst dann ein Hotel suchen. Gesagt, getan. In Zanjan finden wir das Hotel Park auf Anhieb. Kurz noch einkaufen, abendessen und ab ins Bett.

Natürlich haben wir vorher auch noch einen kleinen Stadtrundgang gemacht!

 

 

Im Gästebuch wurde ich gefragt, wie wir mit der Hitze (heute sind es knapp 40 Grad C im Schatten) klarkommen:

Durch die trockene Hitze und den Fahrtwind kann man das Klima doch recht gut vertragen - ist jedoch auch echt konstitutions- und adaptivitätsabhängig . Pausen sollte man oft und immer im Schatten (so vorhanden!!) machen und dabei sehr viel Trinken!

 

Für alle, die mich / uns per Mail angeschrieben haben oder noch anschreiben wollen: wir können leider unser Mail im Iran nicht abrufen - sorry!

 

Schreibt bei dringenden Sachen einfach hier ins Gästebuch!

Alamut-Tal

Von Zanjan nach Qazvin und im Elbroz-Gebirge  -  12.08.2014

Nach dem Frühstück, an dem nur der gute Tee erwähnenswert ist, starten wir wieder Richtung Teheran. Durch die Ebene wollen wir die Autobahn nutzen und fahren auf diese auch wieder auf – die ersten Verbotszeichen für Krafträder!! Wir fahren einfach weiter, wieder an den Mautstellen vorbei, durch Radarkontrollen, bei denen wir auch noch gewunken bekommen und Streifenfahrzeuge der Polizei überholen uns, ohne einzuschreiten. Okay!

In Qazvin kommen wir früh an, müssen uns jedoch durch das Chaos der Innenstadt schlängeln, finden aber das Hotel Marmar auf Anhieb. Wir sollen 1.600.000 Rial für ein Doppelzimmer mit Frühstück zahlen – Euro wollen sie nicht. Gut, dass wir nochmal Geld getauscht haben. Ja, wir nehmen das Zimmer - so echte Alternativen gibt es ja nicht. Alle Hotels sind staatlich, daher besteht auch keine große Auswahl.

Zunächst wird das Gepäck auf das Zimmer geräumt, dann starten wir für eine Rundfahrt im Elbroz-Gebirge und ins Alamut-Tal mit den Überresten der namensgleichen Festung. Über die Rundstrecke biegen wir vor dem Alamut-Tal ins Lamasar-Tal und können die Lamasar-Festung auch nur noch als Teil eines Bergkegels anschauen. Die Festung wurde mehrfach eingenommen und auch jeweils immer wieder geschleift und es ist daher auch so gut wie nichts mehr davon zu sehen.

Die Fahrt in die Berge des Elbroz tat uns beiden recht gut, es wehte ein kühles Lüftchen und die kurvigen Straßen waren eine Abwechslung zum Geradeausfahren. Die „Festungen“ bestanden jedoch leider nur noch aus enttäuschenden Überbleibseln.

Abends machen wir noch einen Stadtrundgang und entdecken dabei einen „iranischen Schnellimbiss“, in dem wir auch sofort Pizza bestellen können. Die Pizza war gut belegt und geschmacklich Spitze. Dieses Abendessen hob sich vom sonstigen "Kebabeinerlei" doch wesentlich ab.

Im Hotel hatte ich "gejammert", dass wir keine Rial mehr haben, wenn wir nicht in Euro zahlen können. Die Dame an der Rezeption legt ein Wort für uns beim Manager ein und schon konnten wir unser Zimmer in Euro bezahlen und unsere knappen Rial-Bestände für die ländlichen Bereiche morgen aufheben. Bis Isfahan sind es über 470 Kilometer – zumeist kleine Landstraßen. Es könnte sein, dass wir in einem kleinen Ort übernachten (wenn wir dort ein Hotel finden) und dies dann in Rial zahlen müssen oder es kommt unser Zelt zum Einsatz.

Lkw mit Trauben

Von Qazvin nach Isfahan  -  13.08.2014

 

Das Frühstück im Hotel war einfach nur schlecht, selbst der Tee wurde mit Teebeuteln zubereitet – das hatte ich so im Iran nicht erwartet!

Nach dem Auftanken ging es Richtung Isfahan. Einmal auf einfachen Landstraßen, einmal auf neuen Autobahnen, die stückweise in die Landschaft gesetzt worden waren. Insgesamt hatten wir über 450 Kilometer bei knapp 40 Grad Außentemperatur zu fahren. Wir hielten stündlich an, um viel zu trinken und machten zudem eine lange Mittagspause auf einer „Raststätte“. Die Mittagspause wurde jedoch immer wieder von Iranern unterbrochen: "wo kommt Ihr her, wo wollt Ihr hin, was, Deutsche seid Ihr, das ist gut! Können wir ein Foto machen? Aber zusammen mit unseren Kindern!"

 

Gegen 16 Uhr hatten wir die Fahrt geschafft und waren in Isfahan angekommen. Nur noch das Hotel Melal in dieser 2 Millionen Stadt suchen. Auch das wurde im ersten Anlauf geschafft – aber leider belegt! Was, Deutsche seid Ihr, da könnt Ihr ja in das Hotel Tooba gehen, das ist auch okay! Uns wird ein wirklich fairer Preis genannt, jedoch ist die Übernachtung ohne Frühstück! Aber die Motorräder könnt Ihr nicht vor dem Hotel stehen lassen – hier passiert zu viel! Ab in eine Tiefgarage in der Nähe – ein Hotelangestellter fährt mit dem Fahrrad vor, wir mit den Krädern hinterher. Bei der Einfahrt in die Garage werden wir gestoppt – hier werden keine Motorräder abgestellt! Wieder zurück ins Hotel. Von dort wird im Hotel Melal angerufen – die haben doch eine bewachte Tiefgarage, die übernehmen bestimmt die Kräder. Wieder auf die Motorräder und wieder durch den Verkehr zurück ins erste Hotel – Klasse, die übernehmen unsere Motorräder für 3 Nächte. Zu Fuß geht es ins Hotel Tooba zurück.

Nach dem Duschen gehen wir auf die Suche nach einer Grundausstattung Lebensmittel – wir haben in unserem Apartment mit 2 Schlafzimmern auch eine Küche und wollen unser Frühstück selbst machen. Außer einem Miniladen in der Nähe finden wir auch auf einem sehr langen Rundgang keine Lebensmittelgeschäfte – Nur Gold- oder Klamottenläden!! Menschenmassen sind ebenfalls unterwegs. Ich habe den Eindruck, dass jeder Iraner abends mindestens einmal in die Stadt geht. Wir kaufen etwas Tee und Zucker und werden uns morgen Früh mit Tee und Keksen begnügen.

 

Morgen wollen wir dann die Stadt besichtigen.

 

Jame Abassi-Moschee

In Isfahan  -  14.08.2014

 

Nachdem Horst einen guten Tee für uns aufgesetzt hat und wir die restlichen Kekse unserer „Notverpflegung“ verputzt haben, sind wir für die Stadtbesichtigung gestärkt. An der Rezeption steht eine junge Dame, die ein sehr gutes Englisch beherrscht. Ich frage sie, wo wir denn Geld wechseln könnten. Zunächst erklärt sie uns, wo Banken zu finden sind, sagt aber plötzlich, wir könnten ja auch bei ihr wechseln. Wir bekommen für unser Geld den tagesaktuellen Wechselkurs der Banken und können uns daher wirklich nicht beklagen.

 

Auf geht es, zur Stadtbesichtigung. Unser Hotel liegt schon recht zentral und so sind wir sehr schnell zum riesigen Iman-Platz (Zweitgrößter Platz der Welt und Weltkulturerbe, 510 x 160 Meter) gelaufen. Der Platz wurde um 1600 erbaut und ist komplett von Arkadengängen mit Läden umgeben. Angrenzend finden wir die Jame Abassi-Moschee, die wir intensiv besichtigen. Sie hat ein riesiges Hauptportal und zwei 42 Meter hohe Minarete. Leider ist innen der Bereich der Moschee total „verschandelt“. Man hat viele Baugerüste mit Decken gegen die Sonne aufgestellt. Ich kann es verstehen, dass die Gläubigen beim Freitagsgebet vor der Sonne geschützt werden sollten, doch da könnte jemand etwas Besseres einfallen. Wirklich Schade!

 

Den Besuch des Palastes und der Lotfullah-Moschee sparen wir uns, zumal der Ali-Qapu-Palast im 1. Stock auch total eingerüstet ist. „Dafür ist die Besichtigung des Basares frei.“ Wir nehmen uns lang Zeit für das Schlendern durch das wirklich riesige Gebiet, das ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert stammt. Hier kann noch Handwerk bewundert werden – nicht wie zum Beispiel im Istanbuhler Basar, wo nur noch fertige Gegenstände zum Verkauf stehen. Hier wird noch gehämmert, gesägt, geschliffen und genäht, was das Zeug hält. Die Zeit verfliegt einfach nur so beim Zusehen. Mein Filmen und Fotografieren wird lächelnd akzeptiert und sehr oft wird gefragt, wo kommt Ihr her?

 

Nachdem unsere Füße vom vielen Laufen weh taten, bogen wir wieder Richtung Hotel ab. Doch, zuvor gingen wir bei den abgestellten Motorrädern vorbei, um unsere „Notverpflegung“ wieder aufzufrischen – dieses Mal waren es Spagetti mit Tomatensauce.

Horst kochte und wir lernten mal wieder Spagetti zu schätzen. Muhm, hat das geschmeckt!!

Im Basar von Esfahan

In Isfahan  -  15.08.2014

Unser Frühstück bereiteten wir selbst zu. Wir hatten gestern Abend unterwegs noch Weiß- und Fladenbrot geholt, unsere „Notration“ Marmelade aus der Campingausrüstung dazu gelegt. So geht es auch!

 

Heute war unser „Brückentag“ – wir besichtigten die beiden uralten Brücken Isfahans. Die erste, vielbewunderte zweigeschossige Khaju-Brücke (132 Meter lang) von 1650, die auch die Funktion eines Dammes mit entsprechenden Schleusen hat, ist auf der flussabwärts gewandten Seite mit Treppenstufen ausgestattet. Man kann auf beiden Ebenen über die Brücke gelangen, wobei der erste Stock definitiv angenehmer zu durchlaufen ist. Zwischen Steinbögen gelangt man sehr kühl und angenehm, vom Wind umweht, über den derzeit total ausgetrockneten Zayandehrud-Fluss. Dieser ist nur im Winter und Frühjahr aktiv und versickert dann ungefähr 120 Kilometer weiter im Süden in einem Sumpfgelände. In der Zeit, in der der Fluss Wasser führt, sitzen viele Isfahaner auf den beschriebenen Treppen. Jetzt saßen viele Menschen in den Gewölben des ersten Stockes.

Die Si-o-se Pol Brücke ist ganze 360 Meter lang und wurde von einem General im Jahre 1602 in Auftrag gegeben. Auch hier sitzen sehr viele Menschen am heutigen Freitag auf der Brücke oder in den angrenzenden Parkanlagen des Flusses, die wie auch die Brücken, sehr gepflegt sind.

 

Ja, was soll ich sagen: heute ist Freitag und echt ALLE Geschäfte sind geschlossen!!! Nicht wie in der Türkei, wo doch auch dann das eine oder andere Geschäft geöffnet hat. Keine Chance, etwas einzukaufen!! Wieder „Notverpflegung“ – inklusiv unserer Wasservorräte am Motorrad. Auch das heutige Mittagessen bestand wieder aus unseren Spagetti, die uns erneut echt gut taten!

Unsere Postkarten haben wir gestern in einen Postkasten eingeworfen und hoffen, dass diese auch dort ankommen, wohin sie sollen.

Morgen wollen wir früh Richtung Norden – Hamadan – aufbrechen und hoffen, dass wir die über 400 Kilometer lange Strecke auf kleinen Landstraßen ohne Probleme meistern können.

 

Auch heute haben uns unterwegs wieder viele Menschen angesprochen – "wo kommt Ihr her, schön, dass Ihr den Iran besucht!!" Auch viele Einladungen müssen wir höflich absagen, da wir ja leider nicht so sehr viel Zeit haben.

Wir melden uns am nächsten Internetpunkt wieder!

unterwegs

Von Isfahan nach Hamadan -  16.08.2014

 

Nach unserem Frühstück laufen wir zum Melal-Hotel, um die Motorräder zu holen. Wir werden dort freundlich empfangen, erhalten unsere fahrbaren Untersätze wieder und können diese auch anschließend ohne Probleme vor unserem eigentlichen Hotel beladen. Der Verkehr um 08 Uhr ist noch nicht so stark. Wir verabschieden uns und starten die lange Etappe Richtung Hamada.

Zunächst mal den Weg aus Isfahan hinaus finden. Beide Karten, die OSM wie auch die Garmin-Karte sind leider sehr ungenau und so kann ich nur grob Richtung Westen fahren. Das Routing auf den Karten ist definitiv jeweils extrem falsch. So fahre ich mal wieder nach Stadtplan und anschließend nach Landkarte aus Papier. Auf dem Weg kommen wir an der uralten Stadtfestung von Isfahan vorbei, die wir fast übersehen hätten, weil sie zum großen Teil aus Lehm besteht und sich sehr gut in die Landschaft einfügt.

 

Es hat gestern Abend schwer gewittert und in den Vororten stehen Teile der Straßen tief unter Wasser. Morgens sind die Temperaturen noch zu ertragen, es sind lediglich ganze 21 Grad. Die Luft ist sauberer geworden. Doch die ersten Lkw bringen wieder den Dieselsmog und wir versuchen, jeweils vor diese Stinker zu kommen. Wir gelangen über eine sehr seltsame Streckenführung mal über Ministraßen, mal über neue Schnellstraßen, in Richtung Nordwesten. Es geht Richtung kurdische automome Gebiete.

Nochmal den Tank füllen – auch hier bezahlen wir für den Liter nur 7.000 Rial, was ungefähr so 20 Cent sind. Daran könnte man sich gewöhnen.

 

Mittags ist die Temperatur bis auf 33 Grad gestiegen. Da die Luft aber sehr trocken ist, merkt man diese Steigerung kaum. Im kurdischen Hochland weht auch ein leichter Wind.

 

Unterwegs machen wir sehr viele nette Bekanntschaften mit ebenso vielen Fragen – die wichtigste: "wo kommt Ihr her?" Almani ist hier wie ein Zauberwort. Deutsche sind sehr gern gesehen und wir bekommen von vielen Menschen die Hände geschüttelt oder auf die Schulter geklopft.

 

Unser Hotel Buali in Hamada liegt mal wieder nicht an der Stelle, wo es im Navi verzeichnet ist und so fragen wir uns durch – gar kein Problem, wir bekommen sofort den Weg gezeigt. Das Hotel hat zwar schon bessere Tage gesehen, aber wir können feststellen, dass es bisher unser bestes Hotel im Iran ist. Die Motorräder können im großen Hof geparkt werden, ein Restaurant ist im Haus, der Preis ist okay und wir haben unentgeltlich Internet (natürlich eingeschränkt!).

Für heute: Gute Nacht!

 

Ach noch eines:

Von "unserem Kurt" haben wir leider nichts mehr gehört!

Auf die Brücke kommt es an!

Von Hamadan nach Mahabad in Kurdistan -  17.08.2014

 

Die gestrige Nacht war grausam: in unserem Nebenzimmer, nur durch eine Verbindungstür getrennt, telefoniert ein Iraner nach 23 Uhr so laut und stundenlang, dass ich mehrfach an die Tür klopfen muss – zum Schluss setze ich der Tür mit solchen heftigen Schlägen zu, dass ich denke, diese würde aus den Angeln gehoben werden. Endlich tritt – zumindest für uns – Ruhe ein, er geht einfach nur auf den Flur. Da ist unsere Tür dicker, aber nach einiger Zeit beschweren sich dann auch noch andere Gäste.

 

Nach einem verhältnismäßig guten Frühstück und dem Auschecken starten wir mit unserer „kleinen Stadtrundfahrt“ – wir müssen rund durch Hamadan, um Richtung Nordwesten zu gelangen. Die iranische Verkehrsplanung und –lenkung wird mir immer ein Phänomen bleiben. Man wird zum Beispiel zunächst über 1 bis 2 Kilometer auf einer Straße Richtung Süden geführt, um mit einem sogenannten „U-Turn“ dann auf der baulich getrennten Gegenfahrbahn endlich Richtung Norden fahren zu dürfen. Baustellen machen große Ausfallstraßen ohne Vorankündigung zu Sackgassen, Schilder und Wegweisung Fehlanzeige! Nun könnte man daher fast verstehen, warum die Menschen hier so hirnlos und chaotisch fahren. Aus 5 Spuren werden zeitweise bis zu 12!!! Aber zudem mit Kreuz- und  Querverkehr! Absolut nichts für schwache Nerven!!

 

Geschafft!!!! Wir konnten mal wieder aus solch einer chaotischen Stadt „flüchten“ und bewegen uns jetzt auf Landstraßen. Nun kommen die zahllosen Lkw, 1950er bis 2014er Baujahre. Der Smog ist einfach kaum zu ertragen. Horst und ich haben seit einigen Tagen Husten und der Hals kratzt. Wir versuchen diese LKWs um jeden Preis zu überholen – Russland ist echt nichts dagegen!!! Hier wird bei den Diesel- und Benzinpreisen kein Motor eingestellt, alles qualmt einfach nur so raus!

Urplötzlich ist die bisher doch recht gut ausgebaute Straße weg und es geht über eine lange Strecke Schotter, dann die Brücke. Ich glaube, ich sehe nicht gut, da sollen auch Lkw drüber??!! Hier wird alles viel gelassener genommen – auch wenn ein Lkw mal auf einer Brücke einbricht! Nach 10 Kilometern ist die Straße plötzlich wieder intakt und wir kommen nach Bijar. Nur mal kurz tanken! Zunächst will man uns nur Zweitaktergemisch geben, dann erbarmt sich ein Tankwart und weist uns eine Säule mit Benzin an. Nun muss er nur noch seine Karte in den Automaten stecken und wir können zum Preis der Einheimischen tanken. Den Tankstellen ist es einfach zu viel Aufwand, die Ausländer gesondert abzurechnen – ist ja eh alles staatlich!!

 

Kaum stehen wir, gibt es einen Auflauf von zumeist Jugendlichen. Hier im Kurdengebiet sind diese schon wesentlich frecher, als im sonstigen Iran. Da wird überall rumgefingert und Horst hat alle Hände voll zu tun, die „Grabscher“ abzuwehren, während ich das Tanken bezahle. Nichts wie weg hier, irgendwo hinter einen Busch oder einen Hügel, um mal eine kleine Mittagspause zu machen. Ja, das ist echt schwierig  -  hier gibt es zu wenige Büsche für alle und die Hügel sind im Gelände auch nicht so gut zu befahren. Also wieder Besuch, die bekannten Fragen, aber auch „Anmache“ von einer Wagenladung kurdischer Frauen. Die gingen uns beiden mehr als nur auf den Geist!!!!! Es hilft nichts, nichts wie weg von hier!

Man konnte es ja schon von weitem sehen und ich überlegte bereits mehrfach, ob ich anhalte und wir unsere Regensachen anziehen sollten. Dann wurde mir urplötzlich mit einem Wolkenbruch die Entscheidung einfach aus der Hand genommen. Halbnass können wir zu einem Pkw-Verkäufer in den Ausstellungsraum flüchten und warten das Weiterziehen des heftigen Gewitters ab. Nach dem Guss sind die Straßen nass und glitschig – aufpassen! Um uns herum knallt es! Die Iraner sind echt nicht gewohnt, auf nassen Straßen zu fahren. Unsere Motoräder sehen bereits vor dem Regen Sahara erprobt aus, nach dem Regen wie durch den Kuhstall gefahren. Nach Rückkehr und Abschluss der Tour wird ein tagelanges Einweichen nötig sein.

 

Das Navi zeigt mal wieder nicht vorhandene Straßen an und auf den Wegweisern steht in der Regel nur noch Farsi (Persisch) mit Kringelchen, die ich echt nicht entziffern kann. Also, jetzt geht es grob nach Himmelsrichtung – klappt auch. Kurz vor Mahabad tanken wir nochmal auf und bekommen gute Hotel-Tipps. Gut, dann fangen wir mal an zu suchen. Ist nicht nötig! Ein Vater mit Sohn auf einem Kleinkraftrad bringen uns nach einer freundlichen Begrüßung zum ersten Hotel, wo wir auch gleich bleiben. Das Viersterne Hotel TARA ist nagelneu und die junge Dame in der Rezeption bemüht sich redlich um mich. Letztendlich haben Horst und ich jeweils ein eigenes, riesiges Zimmer für einen guten Preis; gehen noch essen im hoteleigenen Restaurant, das nur für uns öffnet. Ein Hühnchen-Köfte mit Reis schmeckt gut und wir schaffen nicht, alles aufzuessen. Die Motorräder stehen gut verwahrt in der Tiefgarage.

 

Nur, das Internet ist einfach jeweils mit Nadelöhr versehen!!! In der Türkei werden die restlichen Beiträge jetzt (am 19.08.14 gemacht!) eingestellt. Morgen geht es über 260 Kilometer nach Khoy und übermorgen wollen wir bei Razi wieder in die Türkei einreisen.

 

Nachtrag:

Wir wurden gefragt, ob wir vom Erdbeben etwas mitbekommen hätten - ehrlich, NEIN!

Jetzt, wo wir wieder in der Türkei sind, können wir uns erklären, warum das eh schon so spärliche Internet überhaupt nicht mehr ging: wir befanden uns nicht weit vom Epizentrum und es ist zu vermuten, dass das Internet einfach dicht gemacht wurde.

Mahabad - nahe dem Epizenrum!

Von Mahabad wieder nach Khoy -  18.08.2014

 

Nach dem Frühstück beim Auschecken eine Diskussion in unterschiedlichen Sprachen (Farsi/Englisch) – wir sollten doch das „Breakfast“ bezahlen – wir: „aber, das war doch im Preis! Lediglich das „Dinner“ wollen wir noch bezahlen und bitten, den Preis doch einfach nur in den Taschenrechner einzugeben. „No: Breakfast!!!“ Nachdem die nette junge Dame von gestern ans Telefon geholt worden war, ist alles geklärt! Endlich wird der Preis für das Abendessen in den Rechner eingetippt – die waren echt sehr schwerfällig!!!!


Während der Diskussion kommt urplötzlich eine Person dazu, die mir bereits gestern Abend aufgefallen war, als diese beobachtete, wer denn wohin versucht ins Internet zu gelangen – hatte bei mir ja wieder nicht geklappt! Bestimmt kein Gast – wir tippen auf Geheimpolizei!

 

Wir sind auf dem Weg – heute sind es nur 260 Kilometer entlang des Orumiye-Sees, der an sich keiner mehr ist. Der Grundwasserspiegel hat sich gesenkt und diesen riesigen See einfach nur versichern lassen. Jetzt sieht das Ganze wie ein riesiges Sumpfgebiet aus. Ab und an sieht man winzige Flächen mit offenem Wasser. Wir fahren sehr verhalten und machen eine lange Mittagspause im Schatten vor einem Kramladen, in dem wir unser kaltes Getränk geholt haben. Der Inhaber setzt sich dazu und wir unterhalten uns mit Händen und Füßen – er möchte auch gern mal weit verreisen, weist aber auf das mangelnde Geld und die politischen Verhältnisse hin. Mich wundert diese Offenheit Fremden gegenüber.

Am frühen Nachmittag kommen wir in Khoy an und checken auch wieder in unserem alten Hotel SAMIN ein. Dieses Mal zahlen wir sofort in Rial, um allen Diskussionen aus dem Wege zu gehen! Nach dem Duschen erfolgt unser alltäglicher Getränkeeinkauf und der Besuch „unseres Kebabrestaurants“, wo wir auch mit Handschlag vom Eigentümer begrüßt werden. Er erkennt uns noch und wir bekommen eine tolle Suppe, Salat, Brot, Reis und eine riesige Platte mit Chicken- und Meat-Kebab vorgesetzt. Das ist einfach nicht zu schaffen!!!! Wenn wir wieder kommen, wissen wir, wo wir essen gehen werden.

auf dem Weg zur Grenze

Von Khoy über die iranische Grenze nach Ahlat am Van-See  -  19.08.2014

 

Nach unserer „Henkersmahlzeit“ (Frühstück) in Khoy fuhren wir die einsame Straße von Khoy nach Razi an die Türkisch/Iranische Grenze. Allein das Befahren der Straße zur Grenze war ein Erlebnis für sich. Gut geteerte Abschnitte wechselten mit Schotter- und Flussdurchfahrten. Mehrfach ging es unter uralten Eisenbahnbrücken, auf schmalsten Straßen hindurch.  Vorbei an zwei Straßensperren der Armee fuhren wir entlang eines Zweiges der alten Bagdadbahn, die heute noch die Türkei mit dem Iran verbindet. Diese Abschnitte der Bahn  – leider hatte ich zuviel Angst hier Fotos zu machen (militärisches Sperrgebiet und Film-/Fotoverbot) – wurden vor dem 1. Weltkrieg von Deutschen Ingenieuren gebaut. Kühne Brückenwerke und lange Tunneldurchfahrten wechselten sich ab. Auch die Bergwelt hatte einiges zu bieten: schroffe Felsen und sehenswerte  Wasserfälle hätten die Gegend zu einem Naturerlebnis gemacht, wenn man mal von den vielen gut versteckten Bunkeranlagen der Armee absieht.

 

In der Nähe des Grenzortes Razi wimmelte es nur noch so von Militär.  Wir arbeiteten uns an den Pkw-und Minibus-Schlangen vorbei und standen urplötzlich vor einem großen Tor. Dahinter wirkte alles wie auf einem schlechten Hinterhof. Ich stieg ab und ging durch das Tor, Horst bewachte unsere Kräder. Im Innenbereich dieses riesigen „Hofes“ stauten sich Kleinbusse und unmengen von Menschen. Niemand, den ich fragte - auch Uniformierte -, konnte Englisch oder wollte mir eine Antwort auf die Verfahrensweise der Abfertigung geben. Kurz vor dem Verzweifeln sprach mich ein junger Iraner, den ich aus Sicherheitsgründen mal „M.“ nennen möchte, an. Er wolle uns helfen über die Grenze zu kommen. Sofort schrillten bei mir alle Alarmglocken und ich dachte, jetzt haben wir doch wieder einen "Schleuser"! „M.“ sprach recht gut Englisch und versuchte, sich für uns überall durchzufragen, stieß natürlich bei vielen Schleusern und auch den "Grenzbeamten" auf erhebliche Vorbehalte.

Noch vor dem großen Tor zum Innenhof lief ein seltsamer Zivilist herum und wurde dabei von vielen Menschen umringt. Ihm wurden Durchschreibepapiere in Farsi (Persisch) entgegengehalten, die er dann nach kurzem Durchlesen jeweils unterschrieb. Bei Türken fiel mir auf, dass er jeweils zuvor eine Diskussion mit diesen führte. Also gingen M. und ich wieder in den Innenhof. Dort fragte M. sich erneut durch und wir füllten anschließend gemeinsam diese besagten Farsi-Papiere, die zur Erhebung der Benzinsteuer gedacht waren, aus. Nun nur noch jeweils 2 Kopien der ersten Seite des Carnet de Passage (Zollpapiere der Fahrzeuge) fertigen und wieder mit dem gesamten Pack an Papieren vor das Tor.

 

Dort, nach langer Diskussion mit diesem seltsamen Typ, erfolgte die Einigung auf je 10 Liter aktuellem Tankinhalt – macht laut unserem "Offiziellen" insgesamt: 1.100.000 Rial Benzinsteuer!!!!!!! Verarsch…….. kann man sich doch selbst!!!!!!

Jetzt noch schnell Dollar in Rial einwechseln. Wo? Da gibt es doch wieder - nur rein zufällig - Personen, die sich zum Geldwechseln anbieten. Wie auf dem Basar!!!!

Das iranische Geld noch schnell an einem Schalter einzahlen, den man echt nicht als offizielle Steuereinnahmestelle erkennen kann. Farsi müsste man können, sagte ich zu M.. Dieser antwortete, er habe das Containerbüro selbst nicht als solches erkannt, sei aber von Schleusern darauf hingewiesen worden. Endlich, wir erhalten die begehrten Stempel auf einem Vierfach-Durchschreibesatz und dazu noch insgesamt 3 Unterschriften.

Nur noch“ die Carnets abstempeln lassen. Das dauerte dann auch noch knapp 1 ½ Stunden, wobei wir nicht immer die Schalter von vorne angingen (sie waren meist geschlossen und auf Klopfen öffnete niemand). Die Hintertüren waren durchgängig für alle Schleuser geöffnet – mit entsprechendem Geld funktioniert hier halt fast alles!!!

Dies erinnerte mich irgendwie an Asterix und Obelix – die „Eroberung Roms“ – in der Szene, als Asterix lediglich einen Stempel für einen Passierschein benötigt und in einem Hochhauslabyrinth von einem Zimmer zum anderen rennt, um für diesen Schein den besagten Stempel zu bekommen.

Als M. noch einmal in einem Büro verschwand, um noch einen zusätzlichen ominösen Stempel auf einem anderen ominösen Laufzettel einzuholen, konnte ich beobachten, wie innerhalb von einer halben Stunde nacheinander insgesamt 14 riesige Müllsäcke, prall gefüllt mit Zigarettenstangen, vor den Augen der iranischen Zöller über den Stacheldrahtzaun auf türkisches Gebiet geworfen wurden. Zuvor kam ein kleines Geldpäcken von der türkischen Seite herübergeflogen.

Toll, das ist echt eine klasse Zolltruppe: die erhielt nämlich nach dem Wurf pro Sack jeweils 2 Stangen ins Büro rein gereicht.

 

Als endlich der wichtigste Stempel für das Carnet auf dem Papier war, verabschiedete sich M. mit den Worten: "meine Familie ist mit dem Pkw jetzt auch soweit, dass wir in die Türkei einreisen können."

Ich war total perplex, da ich ja immer noch einen Schleuser in dem hilfsbereiten Iraner vermutet hatte. Horst und ich bedankten uns und wollten ihm doch eine Kleinigkeit für seine Bemühungen geben – selbst dies lehnte er trotz mehrfacher Aufforderung ab. Als dann noch sein Bruder auftauchte, um ihn abzuholen, sagte M.: „das alles habe ich nur getan, weil ich mich für mein Land so sehr schäme – es kann nicht richtig sein, wie unsere Gäste hier behandelt werden.“ Wir tauschen unsere Visitenkarten noch aus, hoffentlich kann ich mich auch mal erkenntlich erweisen.

Beide ebnen uns noch den Weg bei den nächsten Grenzpolizisten und wir denken, jetzt ist alles okay.

Falsch gedacht! Nun wandern unsere Pässe (nur noch der eigentliche Ausreisestempel fehlt!!!!) in ein anderes Büro. Hier ist wohl mal wieder das Internet ausgefallen und man kann uns nicht abgleichen. Auch unser Freund M. – noch ein letztes Mal in Aktion – kann uns hier nicht weiterhelfen.

Ich greife zu meiner letzten Möglichkeit – ein Ärmelabzeichen muss zwecks Bestechung herhalten. Urplötzlich sind WIR IHRE Freunde und IHR Chef selbst bemüht sich, jeweils einen Stempel in unsere Pässe hinein zu drücken.

 

Die gesamte Aktion spielte sich über insgesamt knapp 5 Stunden in einem riesigen Wirrwarr an Menschen ab, da keine Trennung nach Fußgängern, Fahrzeugen oder Fahrzeuginsassen im Verlauf der Abfertigung erfolgte. Ein System war nicht erkennbar! Die Fahrzeuge waren kreuz und quer vor dem Grenzübergang im Innenhof geparkt. Keiner wusste, wo jeweils die Insassen sich aufhielten. So mussten wir uns dann auch mit den Motorrädern Millimeter für Millimeter durch das Chaos bis auf die türkische Seite schlängeln. Lediglich ein junger Grenzpolizist der Iraner beherrschte minimal Englisch, war jedoch in Arbeiten so eingebunden, dass er weder helfen konnte, noch dafür vorgesehen war.

 

NICHTS WIE WEG HIER!!!!!

 

Nur 5 Meter mussten wir fahren, als wir von einem freundlichen türkischen Grenzpolizisten empfangen werden. Dieser erklärte, wo und was wir zu erledigen hätten. Als er auch noch von den Iranern erfährt, in welchem Beruf ich gearbeitet habe, führt er uns persönlich um die riesige Menschenschlange herum, um hinten im Büro dann alle nötigen Einreisestempel zu erhalten. Danke!

 

Die Fahrt von der Grenze bis Van gestaltete sich dann fast so wie beim Chaos des Grenzüberganges: wir hatten auf Rollsplitt angereicherten Straßen erhebliche Seitenwindböen und das Fahren wurde zu einem echten "Eiertanz".

Einmal halb um den Van See herum und schon waren wir bei Metins Freund angelangt. Nach einem Glas Tee und guten Abendessen ging es ins Hotel.

 

Unser Fazit zum Grenzübergang:

Rückblickend kam uns der Grenzübertritt bei Bazargan wesentlich geordneter vor. Die Grenzstelle bei Razi kann von uns - zumindest nicht für die Ausreise mit einem Fahrzeug - angeraten werden. Das Auftreten der doch sehr großen und undisziplinierten Menschenmasse im "Passangerterminal" des Innenhofes führt zu keiner strukturierten Abfertigung - siehe auch die von mir beschriebenen Zollverstöße! Mehrfach musste das gesamte Terminal während unserer Anwesenheit von den Iranern unter lautem Geschrei geräumt werden.

 

 

Ab jetzt könnt Ihr uns auch wieder per Mail pp. erreichen!

Nebi, Horst und ich in Ahlat

In Ahlat am Van - 20.08.2014

 

Nach dem Frühstück holt uns Metins Freund Nebi, der Inhaber einer Tankstelle in Ahlat, ab und wir fahren zum Nemrut Gölü, einem riesigen Krater mit mehreren Seeen, auf knapp 2300 Meter oberhalb von Tatvan. Landschaftlich ist die Fahrt ein eine tolle Überraschung. Nebi zeigt uns mehrere Stellen, an denen die heiße Luft des Vulkans, der schon um 1400 erloschen war, ausströmt. An den Seeen kann man baden und/oder campen. Wir bewegen uns mehrere Stunden im Kraterinneren und können so die Fauna und Flora erleben. Wir beobachten Falken, Eulen, Schildkröten und auch verschiedendste Arten von Echsen. In den Seeen sind die Fische kaum zu übersehen und es macht einen riesigen Spaß, diesen in den Spiegelungen des Wassers zuzuschauen. Die Straße quer durch den Krater ist neu und so können wir auch wirklich bis zum hinteren Ende fahren. Nach einem Tee bei Fischern vor Ort geht es wieder zurück. - Von Nebi natürlich alles per Fotos in Facebook festgehalten!

 

Nachdem wir wieder zurück in Ahlat angekommen sind, ist Mittagessen angesagt und Nebi ließ es sich nicht nehmen, uns wieder einzuladen. Ein tolles Essen - es hat sehr gut geschmeckt!

Nachdem wir uns gestärkt hatten, erfolgte der kulturelle Teil unserer Besichtigung von Ahlat: wir besuchen das riesige Gräberfeld von Ahlat, zurückgehend auf das 12. Jahrhundert. Die Ornamentik auf den Steinen lassen auf armenischen Einfluss schließen. Gleich nebenan das uralte Ahlat mit Bauwerken, zurückgehend bis ins 13. Jahrhundert.

Nun geht es weiter an das Ufer des Van Sees. Auf einem riesigen Felsen über dem Ufer sitzen wir und "fachsimpeln" über "Gott und die Welt".

Nebi zeigt uns noch einen zweiten See, der fast so aussieht, als sei er in einem Vulkankrater gelegen - dies scheint jedoch ein Einbruch zu sein, der sich mit Grundwasser aufgefüll hat. Jetzt ist man dabei auch dieses Wasser zu nutzen und baggert dafür einen Weg Richtung Tal.

Nach dem Sonnenuntergang, den wir dort am See erleben können, geht es wieder ins Hotel - danke Nebi, für die tolle Gastfreundschaft!!!

 

Morgen geht es für uns nach Diyarbakir - Richtung Westen!

Alte Stadtbefestigung in Diyarbakir

Von Ahlat nach Diyarbakir  -  21.08.2014

 

 

Nach dem ersten Auftanken -- wieder zu türkischen Preisen mit knapp 2,- Euro!! -- geht es durch das Hochland auf dem Weg nach Diyarbakir.
Die Straße ist vom Militär strategisch extrem stark abgesichert und fast auf jedem Berg gibt es eine Bunkeranlage. Die Straße wird mit Schützenpanzern bestreift.

 

Wir fahren unbehelligt durch alle Kontrollen, bis wir eine kurze Mittagspause in Silvan an einer Tankstelle einlegen wollen. Horst hat wohl nicht schnell genug auf die ewige Anmache von kurdischen Jugendlichen regagiert, als diese plötzlich verschwunden sind und uns die Polizei "auf den Hals hetzen".

Der Polizist geht uns in einem sehr harschen Ton an und will wissen, woher und wohin. "Passport!" ist wohl das einzige Wort, was dieser mürrische Typ beherrscht. Als er von uns lediglich die Personalausweise vorgelegt bekommt, ist er ungehalten und besteht ausdrücklich auf: "Passport!"
Ich lege diesem "netten Berufskollegen" meinen IPA-Ausweis hin und sage "Aleman police". Urplötzlich wird er unsicher, rudert zurück und möchte mir mir ein Gespäch beginnen - jetzt habe ich auch keine Lust mehr! Ich gebe mich verärgert und sehr wortkarg - er will etwas auf Türkisch erklären - ich verstehe ihn (will auch) nicht. Jetzt entschuldigt er sich mit seiner Gestik mehr oder weniger für seine Kontrolle und entschwindet sehr schnell zum Streifenwagen und mit diesem im Ort.

Nun kommt doch einer der Jugenlichen nochmal und will mit mir über "Öcallan" diskutieren. Ich denke mir nur: Du Idiot!! Ich zucke mit den Schultern und drehe mich einfach um. So endet ein kleines Erlebnis im kurdischen Gebiet.
In Diyarbakir angekommen, mache ich mich zu Fuß auf einen "Stadtrundgang", da mal wieder der Standort unseres Hotel Seker falsch beschrieben ist. Der Portier eines anderen Hotels bringt mich über mehrere Straßenzüge zum richtigen Hotel - es gibt hier auch echt nette Menschen!

 

 

Nach dem Duschen unternehmen wir noch einen echten Stadtrundgang und kaufen unsere Getränke für morgen ein.

Auf dem Nemrut-Westseite

Von Diyarbakir zum Nemrut Dag - 22.08.2014


Heute stehen nur 280 Kilometer auf unserem Tagesplan und wir lassen es ruhig angehen. In Siverek bemerke ich, dass mein Navi die kurze Strecke (mit Fährverbindung) auf mehr als 500 Kilometer ausdehnen will. Nach einiger Sucherei stellt sich heraus, dass im Navi plötzlich alle Fähren ausgeschlossen sind und wir im weiten Bogen zum Nemrut geführt werden sollen. Gott sei Dank, noch früh genug bemerkt, gedreht und richtig abgebogen!

 

Mittlerweile ist es wieder gut heiß und wir versuchen, jede Möglichkeit für eine Pause im Schatten auszunutzen und fahren auf eine Landtankstelle. Wir parken unter dem dem Überdach des Gebäudes und wollen einfach nur ausruhen und etwas trinken. Falsch gedacht: erst mal einen Tee vom netten Tankwart!! - und dann läuft so nach und nach die Dorfgemeinschaft ein. Die Fragen kennt Ihr bestimmt schon, weil sie uns ja schon öfter gestellt wurden.
Nach dieser Mittagspause mit entsprechend netten Unterhaltungseinlagen geht es weiter Richtung Fähre über den Atatürk Stausee. Die große Hängebrücke ist noch nicht fertiggestellt und alles, was auf der Landstraße zur anderen Seite möchte/muss, ist auf die Benutzung der einzigen Fährverbindung angewiesen. Es gibt keine Anlegestelle, sondern wie bei einem Landungsboot muss über eine Erd-/Schotterpiste jedes Fahrzeug, begleitet mit lautem Geschrei und unter Lamentieren der Bootsleute, rückwärts auf die Fähre „gebracht werden“.

Da wir bei unserer Tour leider nicht so gut gesponsert wurden, dass wir über ein Filmteam verfügen (Michael Martin oder der Österreicher Pilcher lassen grüßen!!!), konnten wir unsere schweißtreibende Aktion der Be- und auch Entladung leider nicht im Foto oder Film festhalten.
Endlich geschafft und wieder auf der normalen Landstraße Richtung Nemrut Dag, kommen wir nach einer weiteren Stunde auf halber Höhe des Berges in unserer Pension „Kervansaray“ an. Diese dient in der Regel lediglich zur einmaligen Übernachtung am Nemrut, um entweder zum Sonnenauf- oder untergang schnell zum Gipfel zu gelangen (mit Fahrzeug mindestens noch 30 Minuten Fahrt).

 

Auch wir wurden gegen 17 Uhr von dort zu einem Parkplatz unterhalb des Gipfels transportiert und erklommen dann den Weg zu den 3 Plattformen unterhalb des Grabes des Antiochos I. auf dem Gipfel. Auf der östlichen und westlichen Plattform sind 10 Meter hohe Tumuli aus Stein, die unter anderem Zeus mit Vogelkopf und andere Götter darstellen. Diese Götter schauen jeweils Richtung Sonnenauf- oder -untergang und werden dabei von Löwenskulpturen bewacht.

Viele Besucher „pilgern“ sehr früh in der Nacht zum Sonnenaufgang oder wie wir zum Sonnenuntergang, der sich wirklich phänomenal darstellt.
Der persische König Antiochos I. wusste schon zu gut, wo man sich entsprechend verewigen und beisetzen lassen kann. Wir konnten tolle Film- und Fotoaufnahmen machen und der Besuch dieses Berges wird uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben.

 

unterwegs im Nemrut-Bereich

Vom Nemrut Dag nach Malatya - 23.08.2014


Auch heute steht keine sehr lange Strecke an. Wir fahren von unserer Übernachtungspension nach Adiyaman, von wo aus wir über kleine Landstraßen weiter nach Malatya wollen. Wieder eine tolle Erfahrung mit Tankwarten: wir tanken auf und uns wird sofort ein kaltes Getränk zum Motorrad gebracht - hier machen wir erst einmal Pause! Solch einen Service haben wir noch nicht erlebt.

Die Fahrt durch das Gebirge nach Malatya war landschaftlich sehr schön und verlief problemlos.

 

Ja, und dies werdet Ihr uns nicht glauben: Wir buchen im „Malatya Hilten“ (5 Sterne!!) ein. Das für ganze 46,39 Euro! Wir lassen es uns mal richtig gut gehen! Aus unserem Zimmer im 14. Stock haben wir einen tollen Blick über die Stadt. Muss auch mal sein!


Nun noch eine Neuigkeit von unserem (ehemaligen) Mitfahrer Kurt. Dieser hat mir über einen Gästebucheintrag (den ich auch so hier wiedergeben möchte) folgendes mitgeteilt:

 

  • kurt reiner (Thursday, 21. August 2014 21:12)

    liebe iranreisende,
    habe mich bei mussa am nemrut göl 2 tage mit stundenlangem schwimmen von den Prellungen erholt und fuhr dann über silifke
    ganz gemütlich richtung demre.
    bis dann auf der 2spuriger bergstrecke bei anamur mir in einer Linkskurve ein Reisebus auf meiner seite entgegenkam. statt vollcrash wählte ich variante 2, rechts auf den sandstreifen. fast schaffte ich es zurück, wäre nicht da ein loch von 1m tiefe und 2 m länge, welches mein Motorrad versenkte und mich 10 meter weiterschickte. meine koffer verabschiedeten sich, aber das bike war fahrbereit.so fuhr ich trotz schmerzen im linken arm noch fast bis alanya zum tanken. dort musste man mir den Handschuh mit der schere abschneiden (schwellung).
    der rest ganz kurz:mit klein lkw 305 km nach demre, krankenhaus 2 brüche in mittelhand und speiche, gips, schutzbrief, bike in zolllager, türkich Airlines nach Salzburg. Unfallkrankenhaus, neuer gips für 5 Wochen. hätte schlimmer ausgehen können bei variante 1. bike kommt mit sammeltransport in 4 Wochen.
    ausführlicher bericht nach eurer heimkehr.
    kommt gut nach hause.
    kurt
    p.s. Kleinschreibung weil nur rechte Hand zur verfügunf.

An dieser Stelle wünschen wir Dir eine gute Besserung!!!

Von Malatya nach Ürgüp in Kappadokien  -  24.08.2014

 

Verhältnismäßig früh verlassen wir unsere Fünfsterneunterkunft und die doch sehr saubere und modern und aufgeräumt wirkende Stadt Malatya – hätte ich so nicht gedacht!

 

Heute sind 420 Kilometer auf den Tacho zu bringen und wir fahren recht zügig die

D 300 Richtung Westen. Dabei können wir von keinen Erlebnissen berichten, da alles geplant und geregelt verlief. Ein Foto können wir auch nicht bieten, weil wir lediglich an einer sehr alten Karawanserei vorbeifuhren, ich jedoch nicht schnell genug reagierte, um zumindest dies im Bild festzuhalten.

In Ürgüp kommen wir in unserem Hotel Akuzun an, in dem ich bereits letztes Jahr untergebracht war. Wir werden mit einem Tee höflich empfangen und bezogen sogleich unser Zimmer.

Abendessen, hier waren wir in einem vom Reiseführer des MM Verlages empfohlenen Restaurant Han Ciragan in Ürgüp (war ich auch letztes Jahr - war an sich gut!). Das Essen war zwar okay, doch das Personal war schlichtweg uninteressiert und faul - sogar unter Aufsicht des Inhabers!!! - Also absolut nicht mehr empfehlenswert!!

 

 

 

In Ürgüp

Ürgüp  -  25.08.2014  (Ruhetag)

 

Nach einem Frühstück - erst nach 08 Uhr - "stürzte" sich Horst in die Unternehmung "Alleinerkundung von Ürgüp"(mein Magen wollte heute mal nicht!!!).

Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf kümmerten wir uns um die Restbuchungen bezüglich der Heimreise, was sich dann als sehr problematisch darstellte:

Vor dem 11.09. gab es für uns schlichtweg einfach keinen Fährtermin nach Triest oder Venedig. So buchten wir jetzt für den 11. 09. über den ADAC und Minoan-Line eine Passage von Griechenland nach Italien - mit der Unterbringungsart "Deckspassage!!" - da werde ich wohl mein Zelt aufschlagen müssen!!!

Zu allem Überfluss stellt sich heraus, dass die Tickets zu mir nach Hause gesandt werden sollen. Sofort eine Kontaktaufnahme mit dem ADAC, mit der Bitte, um Hinterlegung der Tickets in Griechenland - klappt echt - Danke!!

Das Abendessen: nach der Erfahrung von gestern, gehen wir halt mal nicht nach links, sondern diesmal nach rechts! Volltreffer!!!! Das Restaurant KOLCUOGLU ist einfach nur Spitze und mein Magen hat das Essen auch gut vertragen.

Verschlussstein in der unterirdischen Stadt Derinkuyu

Ürgüp und Umgebung  -  26.08.2014


Nach langem Ausschlafen machen wir uns auf die Erkundungstour rund um Ürgüp. Wir fahren mit unseren Motorrädern zunächst zum "Tal der Kirchen" - ca. 4 Kilometer südlich von Ürgüp - und danach zu der unterirdischen Stadt Derinkuyu. Diese ist - wie auch die 36!!!! anderen (bereits entdeckten) unterirdischen Städte mit bis zu 12 Stockwerken unter die Erde ins Tuff-Gestein gehauen worden und hat in der Hochzeit an die 10.000 Bewohner beherbergt. Die Be- und Entlüftung funktioniert heute immer noch besser, als so manche moderne Klimaanlage!!!

Nach Derinkuyu schließt sich die Besichtigung von Göreme und Zelve an.

 

Jetzt reicht es aber mit "Kultur"!! Ein bis zwei Biere im Garten des Hotels und nachher ins besagte Restaurant - ABER NUR, um für Euch den Namen hier festzuhalten!!!!!!!

Wir haben dort nochmal gegessen und das Essen ist immer noch gut und reichhaltig: Restaurant KOLCUOGLU

Das Mevlana Museum

Von Ürgüp nach Konya  - 27.08.2014

 

Auch in der letzten Nacht hatten wir nicht besonders gut geschlafen, denn unsere Fenster wiesen zur Terrasse, wo die Familie des Besitzers - manchmal auch einige Gäste - bis spät in der Nacht saßen und sich lauthals unterhielten, manchmal dabei auch Tricktrack spielten. Wenn denn endlich mal Ruhe eingekehrt war, stand unter dem Fenster ein "Nachtangestellter" des Hotels und rauchte. Der Zigarettenqualm zog dann bei uns ins Zimmer hinein - Schei.......!!!


Auschecken, starten und ab Richtung Westen - Konya. Wir nahmen uns viel Zeit und Pausen, da die Strecke wieder nur knapp über 250 Kilometer lang war.

Schon die Vororte von Konya erkannte ich nach einem Jahr nicht mehr wieder - überall wurde groß gebaut - Gewerbe- und Industrieansiedlungen, wohin man blickte. Im Zentrum angekommen, wurden wir sofort bei der Vorfahrt zum HILTON GARDEN INN von einem netten Angestellten in Empfang genommen. Das Einchecken verlief total problemlos, außer dass sich alle am Checkin wunderten, dass wir mit den Motorrädern von Deutschland bis in den Iran gefahren waren und uns jetzt auf dem Rückweg befinden würden. So etwas hatte es in diesem supertollen Hotel noch nicht gegeben (Viersterne und zudem nagelneu!! - wieder mal ein Schnäppchen beim Internetvorbuchen gemacht. Jetzt werdet Ihr bestimmt denken, die beiden fangen zu spinnen an - war aber wirklich mehr als "supergünstig"!!). Wir wurden dann aber schnell in Ruhe gelassen, konnten duschen und anschließend zur Besichtigung in die Stadt gehen.

 

Das berühmte Mevlana-Museum, verschiedene Moscheen und der Basar waren unser Ziel.

Wer sich unter "Mevlana" nichts vorstellen kann, dem sei hier kurz erklärt, dass der Mevlevi-Orden nach seinem “Meister“ Dschalal ad-Din Muhammad Rumi - auch bekannt als „Mevlana“ - benannt wird. Rumi lebte von 1207 bis 1273. Zu dieser Zeit regierten die Rum-Seldschuken in Anatolien, wo der Beiname „Rumi“ herrührt. Rumi wurde im Mausoleum, dem heutigen Museum in Konya beigesetzt. Im Tanz, eine Art Gebet, verfallen die Mevlevi-Derwische in eine Art Trance und Selbstvergessenheit um mit Allah in Kontakt zu treten (Sema).


Leider wurde die große Moschee gerade restauriert und so ist viel von ihrer Pracht eingehüllt. Der Basar wurde nicht restauriert und so konnten wir hier noch entlang schlendern, bevor es wieder ins Hotel ging.

 

Herzlichen Dank für Eure vielen netten Einträge im Gästebuch - ist doch auch schön, wenn man weiß, dass man zu Hause begleitet wird!!


Ja, um einige Antworten zu geben:

  • hier sind es so um die 30 Grad, Sonnenschein und zumeist eine leichte Brise!! - Ob ich das Wetter so mitbringen kann, mal sehen - etwas Platz in den Koffern habe ich noch!!
  • Zeit für einen Äppler werde ich im Oktober bestimmt haben!!!

 

Die Moschee von Egirdir

Von Konya nach Egirdir  -  28.08.2014

 

Langes Ausschlafen, ein gutes Frühstück, danach auschecken und starten. Wir kurven durch die Millionenstadt – gut, dass wir wissen, in welche Himmelsrichtung wir wollen,  da die normalen Vorwegweiser hier nur sehr spärlich gesät sind.

Reifendruck überprüfen und Auftanken am Stadtrand und es geht Richtung Ispartha und Beysehir. Die Straße D 330 sollte ich eigentlich kennen, ist aber nicht mehr so. Auch diese Straße wird momentan auf je zweispurige Richtungsfahrbahnen erweitert. Ich frage mich, ob jede einzelne türkische Straße gerade erweitert wird. Bei mir weckt dies Erinnerungen mit der deutschen Geschichte in den 30iger Jahren – Vollbeschäftigung!!! Doch wer soll dies und insbesondere wann soll dies alles bezahlt werden?  Auf die Natur wird erkennbar absolut keine Rücksicht genommen!! Dies wird sich bestimmt alles rächen!! Im Zentrum von Konya sind und werden derzeit ganze alte Stadtviertel abgerissen, um Platz für islamische Kulturzentren und religiöse Parks zu schaffen – ich find’s total bescheuert!! Die spinnen, die …….!!!

Wir machen viele Pausen und kommen gut voran. Ab und an kommt neben der Straße auch ein Stück Natur zum Vorschein und man kann sich freuen, dass dies (noch) nicht unter die Bagger geraten ist.

 

Wir sind gerade hinter Beysehir, als ich auf einer langen Geraden einen Traktor auf der Gegenfahrbahn sehe. Gleichzeitig erkenne ich einen weißen Reisebus, der mit einer „affenartigen“ Geschwindigkeit hinter dem Trakor auftaucht. Der kann sicherlich nicht mehr bremsen!! Schon sehe ich die Lichthupe des Busses, die wie Flakscheinwerfer betätigt wird – was soll das??? Da zieht der Bus komplett  in meine Fahrbahn und ich kann gerade noch auf dem letzten Stück Asphalt, das mir äußerst rechts noch bleibt, ausweichen. Mehr rechts wäre nichts mehr gewesen – es ist kein Seitenstreifen vorhanden, nur noch Fels!! Als der Bus auf meiner Höhe ist, merke ich, dass zwischen Bus und meinem linken Koffer so gut wie  keine Luft mehr ist und ich werde vom Sog des Busses durchgeschüttelt. Im Rückspiegel sehe ich, dass es Horst ebenso ergeht!

 

Mal tief durchatmen, "dieses Arschl….!!!!! Ist der zum Kamikaze ausgebildet worden?" Horst und ich haben eben mal wieder ein Bataillon Schutzengel im Einsatz verbraucht. Noch mal gut gegangen!! Am liebsten würde ich rumdrehen, um diesem Menschen hinter dem Lenkrad des Busses das Gesicht grün und blau schlagen zu können. Runterkommen und weiterfahren!

 

Entlang des Beysehirsees befinden sich sehr viele Obstplantagen und es ist schön zu sehen, dass hier mit  sehr viel Liebe Obst angebaut wird. Viele Menschen befinden sich in den Plantagen, ernten oder bewässern.

 

In der Nähe vom Egirdirsee kommen mir Landschaft und Orte bekannter vor – 1990 war ich hier länger im Urlaub. Im Ort Egirdir fahren wir mitten durch einen Bauernmarkt auf die Halbinsel, um in unsere Pension Choo Choo zu gelangen. Wir werden freundlich in englischer Sprache empfangen und trinken erst mal ein Bier auf den Schreck mit dem Bus. Danach wird das schöne, große Zimmer bezogen und heute Abend wollen wir Fisch im Restaurant am See essen.

UND, wir haben Fisch gegessen - Dieter! Ich lebe noch!!

Pamukkale wie es jeder kennt!

Von Egirdir  nach Pamukkale -  29.08.2014

 

Noch länger, als lang ausschlafen, dann Frühstücken direkt am See (ich lebe noch, obwohl ich gestern Abend Fisch gegessen habe!!!) und danach ganz langsam aufbrechen. Ab jetzt ist echt Urlaub angesagt und wir haben nur eine kurze Strecke von 230 Kilometern nach Pamukkale zurückzulegen.

Schon wieder beginnt der "Streit" zwischen Papierkarte und Garmin Navi - Papierkarte hat gewonnen! Über einige Hochplatos geht es auf kleinen Landstraßen Richtung Ispartha. Kurz vor der Stadt Ispartha biegen wir Richtung Dinar und später nach Denizli ab. Heute haben wir scheinbar "Schonzeit" und können gemütlich fahren. Aber, tanken steht an! Die erste Tankstelle - der riesige Lagertank ist nach ungefähr einem Liter leergetankt und wir bekommen nichts mehr! Die nächsten 4 Tankstellen zeigen gleich an, dass sie kein Benzin 95 oz mehr haben. Was tun - die nächste Tankstelle ist eine SHELL und wir können dort wieder volltanken. Zur Belohnung werden wir vom Tankwart wieder mal zu einer Teepause eingeladen. Nehmen wir gerne an!

Wieder auf dem Weg - ACHTUNG: eine Radarkontrolle! Von vielen Verkehrsteilnehmern werden wir lange vorher vorgewarnt. Wir sind aber mehr als vorschriftsmäßig unterwegs!


Einige Kilometer später werden wir von einer Streife der Polizei angehalten. Meine Fahrerlaubnis möchte man. Bitte, eine Kontrollabfrage im Zentralcomputer in Ankara klärt den Kollegen über mich auf: "Alman polis memuru??" "Evet!" Ab sofort alles kein Problem mehr, ein deutsches Ärmelabzeichen wechselt den Besitzer und mit einem "Bruderkuss", der ja keiner ist (Wange an Wange), werde ich als "Bruder" wieder aus der Kontrolle entlassen.

 

In Pamukkale angekommen, ist das Hotel Bozbay schnell gefunden - direkt vor dem Eingang zu den Kalksinterterrassen. Nach dem Ankommen erst einmal ein Bierchen! Dann duschen und nach 17 Uhr mit Horst zu den berühmten "weißen" Terrassen, später noch quer durch die Totenstadt Hierapolis.

Heute Abend werde ich mal keinen Fisch essen!

Villa Dreams

Von Pamukkale nach Selcuk  -  30.08.2014

 

Die Nacht war sehr unruhig:

zunächst beschallte uns die Disco von nebenan, dann als diese endlich die Musik abgedreht hatte, begannen einige Chinesinnen, die sich als Gäste unseres Hotels spät nachts noch auf dem Balkon aufhielten, gegenseitig lauthals Ratschläge bezüglich offener Besichtigungen zu erteilen. Kurz bevor es mir reichte, schritt Horst sehr energisch ein und "bat" um entsprechende Nachtruhe. Ob DIE das verstanden haben, weiß ich nicht, aber nach kurzer Zeit war zumindest Ruhe eingetreten. Jetzt begannen die Hunde sich rundherum "zu unterhalten". Irgendwann war ich dann doch noch "weggetreten".

 

Frühstück - auch viele Chinesinnen waren schon unterwegs. Am liebsten hätte ich denen auch noch erklärt, wie denn eine normale Tür schließt - auch das beherrschen die wohl noch nicht - nach dem Schlagen der Türen während der Nacht zu urteilen. Mit so einer "Horde" Chinesen  möchte ich das Hotel nicht mehr teilen!

Nach dem Frühstück Start Richtung Selcuk, zur Villa Dreams. Über die Fahrt ist nicht viel zu berichten - angekommen, "eingeparkt", eingecheckt und ab in/an den Pool!

 

Morgen geht es zur Besichtigung "der Trümmer" nach Ephesus.

Das Theater von Ephesus

"Wandertag" von Selcuk nach Efes und zurück  -  31.08.2014

 

Das Essen gestern Abend in der Pension war so wenig berauschend wie die Flasche billigen türkischen Rotweins. Heute werden wir uns das sparen und mittags essen gehen.

Nach dem doch auch etwas dürftigen Frühstück (dies war letztes Jahr bedeutend besser - auch hier wird wohl gespart!) laufen Horst und ich zunächst in den Ort und danach nach Ephesus (Efes). Eine schöne, schattige Allee führt bis zum Eingang des "Trümmerhaufens" Ephesus . Die Besichtigung lohnt sich wirklich! Das österreichische Archäologenteam hat im letzten Jahr viel geleistet und es werden immer mehr Details der ausgegrabenen Stadtviertel sichtbar - teils wird rekonstruiert! 

Dieses Jahr sind bedeutend mehr Touristen unterwegs und so müssen wir uns durch die großen Gruppen "zwängen". Etwas abseits ist es bedeutend ruhiger und wir lassen alles mal auf uns wirken. Es sind wieder viele Amerikaner unterwegs, Deutsche wie auch andere Europäer sind unter den Besuchern eher Mangelware - die liegen wohl lieber irgendwo am Strand!?

 

Okay, genug "Kultur"! Jetzt wieder im Wanderschritt zurück nach Selcuk. Im Ort finden wir ein schönes Restaurant (der Bruder des Inhabers wohnt in Darmstadt!) und können dort auch vorzüglich essen.

Nachmittags liegen wir am Pool und dösen vor uns hin. Wir üben schon mal auf die nächsten 7 Tage! - Dann machen wir nämlich "Betriebsferien" in einer kleinen Pension in der Nähe von Kusadasi.

Aber, zuvor melden wir uns nochmal von dieser Stelle.

Unsere Pension Park Residence

Von Selcuk nach Guzelcamli in der Nähe von Kusadasi  -  01. bis 09.09.2014

 

Gestern Abend hatten wir uns noch sehr über den Inhaber der Villa Dreams geärgert - dieser "tagte" lauthals bis gegen 02 Uhr mit einigen Freunden und einer Menge Bier auf der Terrasse. Dann hatte ich die Nase voll und "bat" eindringlich um Ruhe. Die trat kurz danach ein, als seine Freundin/Frau dem Ganzen ein Ende setzte - in diese Pension (trotzdem tolle Lage!!) muss ich nicht mehr.

Das Frühstück war erneut echt Sparflamme und so fuhren wir immer noch hungrig von dort weg. Wir hatten ja nur 49 Kilometer bis zu unserer Pension in der Nähe von Kusadasi, in der wir unsere "Betriebsferien" (Wartezeit wegen der Fähre, die erst am 11.09. in Griechenland ablegt) verbringen werden.

 

In der Pension Park Residence in Guzelcamli werden wir sehr freundlich vom Inhaber gegen 12.30 Uhr empfangen. Das Haus, das am Rande des Ortes steht, ist echt empfehlenswert. Toll gepflegt, sauber und von ihm gut durchorganisiert. Wir fühlen uns sofort wohl!!!

Nachdem wir die Koffer der Mototrräder geleert hatten und alle Taschen auf dem großen Zimmer waren, ging es ab in den Pool.

Spitze! Hier kann man Urlaub machen! Das Ganze ist wirklich ein Insidertip!! Ruhig gelegen und toll gepflegt. Hier bleiben wir die nächsten 7 Tage.

 

Hotel Rena

Wir sind kurz mal wieder unterwegs!!!

 

Von Guzelcamli nach Altinoluk (Nähe Edremit)  -  09.09.2014

 

Nachdem wir uns bei unserem netten Gastgeber verabschiedet hatten, ging es über Kusadasi an der Küste entlang Richtung Izmir. Hinter Yonkacöy bogen wir rechts in die Berge ab. Die Straße ist mal wieder neu und gut ausgebaut. Hinter Menderes kommen wir am Flughafen von Izmir vorbei und biegen dann auf die Autobahnumgehung von Izmir. Denkste, die geht fast mitten durch die riesige Dreimillionenstadt. Die Fahrbahnen sind wie Schneisen in die Häuserfluchten gebaut - arme Menschen!

Mit dem (fast) letzten Tropfen im Tank füllen wir diesen wieder hinter Izmir auf. Wir bewegen uns jetzt durch ein Flachland, das mit riesigen Flächen von Obstanbau gesäumt ist. Überall finden wir Stände mit Melonen und anderem Ost. Viele Verkehrsteilnehmer halten einfach irgendwie auf der Schnellstraße an und decken sich mit Obst ein. Es wird quer über die beiden Richtungsfahrbahnen gelaufen und, wenn möglich, sogar gefahren! Hier heißt es extrem Aufpassen!!

Überstanden, dann geht es wieder über eine Bergstrecke an die Küste und wir fahren auf Edremit zu, dem Badeparadies für alle Türken. Letztes Jahr bin ich auch diese Reststrecke gefahren - jetzt erkenne ich sie nicht mehr wieder - auch jeweils 2-spurig als Richtungsfahrbahn ausgebaut!! Was ist mit der Türkei los?? Hier wird gebaut, als ob es ums eigene Leben ginge!!!

 

Bei Edremit links ab - Richtung Canakkale - und wir sind im Hotel Rena, in dem ich auch letztes Jahr übernachtet hatte. Nach dem recht guten Dinner ging es auf den Balkon mit Blick über das Meer .... und dann irgendwann ins Bett.

Von Altinoluk nach Kavala (Griechenland)  -  10.09.2014

 

Nach dem Auftanken und dem Reifencheck geht es direkt ins Gebirge. Über eine (noch) alte Verbindungsstraße schrauben wir uns in Serpentinen und engen Kurven immer höher, bis wir auf dem Hochplateau ankommen. Doch auch hier sind die Bagger schon am Werk und "fressen" sich durch die Felsen Richtung Meer.

Die Fahrt ist ohne größere Vorkommnisse - einmal sollen wir in eine Polizeikontrolle rein gewunken werden, als der Polizist jedoch die "beiden Ausländer" sieht, werden wir ohne Kommentar sofort wieder hinaus gewunken.

Wir fahren an Canakkale vorbei, ohne die Fähre nach Europa zu nutzen - so können wir von Asien aus nochmal die Dardanellen mit der Einfahrt zum Bosporus und die vielen, vielen Schiffe beobachten.

Bei Lapseki schaffen wir es gerade noch auf die schon abfahrende Fähre und sind nach 15 Minuten in Gelibolu wieder auf europäischen Boden. Auf der D 550 starten wir durch, tanken nochmal jeweils für 50 Lira Restgeld in Kesan und sind schon an der Grenze. Die Türken tragen unsere Motorräder aus ihrem System und wir können wieder in die EU einreisen.

 

An dieser Stelle möchte ich mich nicht wiederholen. Letztes Jahr habe ich mich tierisch über die laxen Methoden der Griechen aufgeregt, nahm jedoch an, dass dies halt aus irgend einem Grund einmalig sei - Weit gefehlt!!!!!!!!!!!! 

Die "Kontrolle" dieses Jahr lief wieder so ab:

Hier mein Eintrag vom letzten Jahr, dem ich absolut nichts, aber auch gar nichts hinzuzufügen habe!!!

 

Die türkischen Grenzkontrollen gestalteten sich einfach und wurden schnell erledigt. Das Motorrad wurde wieder ausgeführt (per Stempel im Pass) und ich durfte über den Fluss (viele Soldaten!!) gen Griechenland fahren. Zurück in der EU – ja noch nicht. Zunächst durfte ich in einer Fahrzeugschlange ungefähr so 40 Minuten warten: es wurde mehr als zögerlich abgefertigt. Als ich dran kann, konnte ich sehen warum – ein einziger Grenzpolizist „bediente“ hier die Abfertigung aller Lkw und auch Pkw!!! Eine Vielzahl anderer Uniformierter saß einfach hinten in der Kontrollstube und unterhielt sich. Außen wurde erst gar nicht nachgeschaut, ob nicht doch eine zweite oder dritte Person im Fahrzeug sitzt

so habe ich mir die tollen Kontrollen an der Außengrenze gemäß des „Schengen-Vertrages“ nicht in den schlimmsten Träumen vorgestellt!!

Vertreter unfähiger staatlicher Gewalt „EU-hinzugekaufter Staaten“ kontrollieren „unsere“ Grenze - für Deutschland!!!!
Mein Gott – Soooo NICHT!!!! NEIN Danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Es darf nicht wahr sein, wie hier “gearbeitet“ (soll man es so nennen???) wird. Wir sind so bescheuert und bezahlen diesen maroden Haufen auch noch aus der EU-Kasse.

Irgendwann war ich durch, der Zoll hatte sich komplett (über 10 Personen) zu einer Palaverrunde an nette Tische gesetzt und winkte Lkw wie andere Fahrzeuge einfach ohne jeglche Kontrolle durch.

 

Nicht nachvollziehbar ist, warum weder ein zweiter Grenzpolizist oder auch nur ein einziger Zollbeamter (gibt es dort so etwas?) mal nachschaut, ob Illegale einreisen oder ob etwas geschmuggelt wird!

 

In Kavala haben wir wieder das Hotel Egnatia gebucht und werden fast als "alte Bekannte" begrüßt.

 

 

In den nächsten Tagen werdet Ihr nichts von uns lesen können, da wir morgen dann über die Autobahn A 2 bis zur Fähre nach Igoumenitsa fahren. Von dort ab 23.50 Uhr werden wir bis zum 13.09.14, gegen 02 Uhr auf der Fähre nach Triest sein, anschließend durch die Nacht und den Tag bis München fahren. Dort wird übernachtet - vielleicht gibt es dort endlich wieder ein gutes Bier für mich!!! - und am 14.09.14 bis Pfungstadt heim gefahren.

Spätestens von dort werden wir uns wieder melden und den Rest berichten.

 

Von Kavala nach Igoumentisa zur Fähre - 11.09.2014

 

Nach einem guten europäischen Frühstück fahren wir über die Autobahn A 2 (E90) zur Fähre. Wieder liegen vereinzelte Mautstellen auf unserer Strecke, wo jeweils 1,70 Euro fällig werden. Um Thessaloniki herum muss man sich den Weg selber suchen, da die A2 hier für eine kurze Strecke plötzlich nicht mehr ausgeschildert ist. Mit Navi klappt das aber ganz gut. Danach geht es auf der A2 wieder weiter.

Höhe Greneva tanken wir - von der Autobahn abgefahren - noch einmal auf, um den Rest der Strecke anzugehen. Tankstellen auf der Autobahn gibt es so gut wie keine!

 

Es ist spät Nachmittags, als wir uns nur noch zirka 20 Kilometer vor Igoumentisa befinden. Das Elend sehen wir schon: dicke, schwarze Gewitterwolken!!! Es hilft nichts - Da müssen wir jetzt durch! Wolkenbruchartig kommt der Regen runter, es hilft da kein Goretex oder oder: Pudelnass kommen wir im Hafenbüro an und können dort unsere bestellten Fährtickets in Empfang nehmen. Wir wollten an sich im Ort noch einmal Essen gehen und auch auftanken, da wir ja mitten in der Nacht in Triest ankommen sollen und gleich weiter müssen. NICHTS - es hört einfach nicht mehr auf zu regnen! So bleiben wir - wie die meisten anderen Mitfahrer auch - im Fährterminal und gammeln bis zur Fährabfahrt vor uns hin. Eine überraschend große Anzahl von Motorradfahrern wartet zusammen mit uns. Die meisten dieser Mitreisenden sind Italiener und wollen nach Ancona, einem Zwischenhafen.

 

Dann, gegen Mitternacht können wir auf die Fähre, die verspätet von Patras ankommt, auffahren. Die Rolle noch vom Motorrad runter und einen Platz im Treppen- oder sonstigen Aufenthaltsbereich im Schiff suchen - wir haben ja nur noch "Deckspassage" buchen können.

Die Fährüberfahrt nach Triest  -  12.09.2014

 

Wie bereits geschrieben, es konnte von uns nur noch "Deckspassage" gebucht werden.

Als wir endlich ein kleines, enges Plätzchen - ich komme mir vor wie ein Penner, der unterhalb einer Brücke seinen Schlafsack ausgerollt hat - in einem Treppenaufgang im vorderen Bereich des Schiffes (Deck 8) gefunden und besetzt haben, stellen wir fest, warum dies so ist. Viele, sehr viele andere Mitfahrende (alt und jung!!) campieren ebenfalls mit uns. Im Verlauf der halben Nacht und des folgenden Tages sehen wir warum.

Das Schiff ist komplett (über)-füllt!! Auf die Autodecks passt weder ein weiteres Auto noch ein Motorrad!! Sehr viele der Kabinen sind mit Schülern gefüllt, die - so scheint es - aus Deutschland und Österreich - Schulausflüge mit dem Bus nach Griechenland gemacht haben und jetzt wieder zurück fahren. "Der frühe Vogel fängt den Wurm!" Nach dieser Devise wird hier vorgegangen. Die entsprechende Lautstärke und das Benehmen im Verlauf der Nacht und auch des Tages war der Schülergesellschaft angepasst. Wir lagen für sie da ja einfach "nur so im Wege rum!" Die sehr wenigen öffentlich zugänglichen Toiletten oder auch Waschbecken sahen nach einer kurzen Zeit aus, als sei eine Büffelherde darüber hinweg gezogen. Sauber gemacht wurde nur mit viel Wasser auf dem Boden, die Toilettenschüsseln oder Waschbecken hingegen starrten vor Dreck weiter vor sich hin - der Gestank war dem entsprechend! Die Fährgesellschaft bekleckert sich hier nicht gerade mit Ruhm! Sie kassiert nur.

 

Weitere Beschreibungen möchte ich mir hier ersparen - ich werde so eine Überfahrt demnächst mit allen Mitteln zu vermeiden wissen.

Von Triest nach München  - 13.09.2014

 

Wir kamen fast pünktlich kurz nach 02 Uhr morgens in Triest an und konnten auch sogleich mit dem Motorrad starten. Es regnet auch hier - welch eine Freude!!!

Wir verlassen die Fähre und wollen zunächst zur Autobahn Richtung Venedig, doch die Auffahrt ist gesperrt und alle müssen in der dunklen Stadt zunächst Richtung Kroatien auf die Stadtautobahn. Eine Umleitungsausschilderung besteht nicht.

Wir fahren - Irgendwann muss doch mal eine Abfahrt kommen - aber alle im Stadtbereich sind gesperrt!!

Endlich, wir fahren in ein Industriegebiet, können drehen und fahren über - welche Straßen auch immer - mitten durch die Stadt, bis wir eine Auffahrtsmöglichkeit auf die Autobahn Richtung Venedig und Tarvisio finden.

Es regnet immer noch und wir hätten schon mal gern ein kleines Frühstück mit Kaffee!! Alle "Raststätten" auf der Autobahn (bestehen lediglich aus Containeren!)  haben geschlossen - auch die Tankstellen sind nicht besetzt! Nach einiger Sucherei finden wir eine Tankstelle, die geöffnet hat, können mit nassen Geldscheinen im Selfbereich über Automaten tanken und gehen anschließend in den Gastraum, um den heiß ersehnten heißen Cappuccino zu trinken. Dann geht es weiter!

Bei Tolmezzo fahren wir kurz vor 06 Uhr von der Autobahn Richtung Plöckenpass ab. Es wird immer kälter, der Regen hat auch nicht aufgehört. Als wir über den Plöckenpass kommen, sehe ich auf meinem Thermometer ganze 06 Grad und rundum auf den Bergen Neuschnee! Gut, dass ich eine Griffheizung habe! Welch ein Unterschied zum Iran mit seinen netten 40 Grad!

Hinter Kötschach-Mauthen sehe ich im Vorbeifahren ein Schild: "Frühstück ab 06 Uhr". Sofort drehen und anhalten! Es ist so gegen 07 Uhr. Die Brühe läuft aus den Klamotten und wir schauen vorsichtig um die Ecke in den Gastraum. Außer der Wirtin, die uns sofort rein bittet, kein weiterer Gast. Die Wirtin muss wohl des Öfteren solche verdreckten, vor Nässe treifenden Motorradfahrer verköstigen. Sie weiß sofort, was gut für uns ist und so steht sehr schnell eine tolles, riesiges Frühstück vor uns. Der Kaffee in der Kanne ist gut und heiß. Langsam kehrt das Leben in die (alten) Knochen zurück.

Nach einem langen Frühstück geht es im Regen weiter Richtung Felbertauern und Kitzbühel. In der Nähe von Kufstein lichten sich langsam die Wolken Richtung Deutschland und wir fahren über Bayrichzell zur Autobahn A8, auf der wir aber nicht lange bleiben - Rückreiseverkehr und riesige Staus! Über Schleichstrecken geht es nach Hohenbrunn in der Nähe von München - unsere nächste Übernachtungsstation. Wir kommen sehr früh nachmittags an und können auch einchecken.

Nach dem Duschen und Akklimatisieren geht es zu einem typisch bayerischen Gasthaus - Essen: Schweinsbraten mit Knödel und Dunkelbier!!! GUTTTTTTTTTT!!!!!!

 

Von München nach Pfungstadt  -  14.09.2014

 

Die Fahrt verläuft - mal abgesehen von kleineren Regenschauern im Bereich München (wir kamen nicht schnell genug weg!) und den Ruckreisestaus bei Stuttgart und Karlsruhe - ohne berichtenswerte Ereignisse.

Bei Bruchsal habe ich die Nase voll vom Stopp and Go der Autobahn und verlasse diese. Über die B 3 - ist auch überlastet - geht es nach Hause.

 

Angekommen!!

Aktuelles

Empfehlen Sie diese Seite auf: